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Informationen zur Source du Castor

Die Gorges de l‘Ardèche

Im Südosten von Frankreich und in der Region Auvergne-Rhône-Alpes entspringt im Naturpark Mont d‘Ardèche der Fluss Ardèche. Auf seinem Weg zur Mündung in einen Seitenarm der Rhône bahnt sich die Ardèche seinen spektakulären Weg durch die Gorges (dt.: Schluchten) de l’Ardèche. Dieses Gebiet ist bekannt für seine Landschaft und die vielen Höhlen und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wassersportler (Kanu, Kajak, …) und Wanderer, die vom Pont d’Arc im Nordwesten bis ca. 30km weiter flussabwärts in Saint-Martin-d’Ardèche) die Natur und Aussicht genießen.

Die Gorges de l’Ardèche ist mit seiner einzigartigen Fauna und Flora seit November 2018 ein nationales Naturreservat mit einer Fläche von ca. 2000 ha. Auf dieser Fläche stehen zum einen der Naturschutz zum anderen aber auch das Sensibilisieren und Erleben der Natur im Vordergrund. Deswegen unterliegt das ganze Gebiet strengen Regeln, die eine friedliche Koexistenz der Natur und der Besucher ermöglichen sollen. Die Verantwortlichen des Gebiets wollen dabei nicht mit strengen Verboten das Reservat für Besucher unzugänglich machen, sondern vielmehr durch Vorgaben und Regeln die Natur erlebbar machen, ohne diese zu stark zu belasten. Gleichzeitig findet immer noch die Erforschung des Reservats statt. So sind Drohnen im kompletten Naturschutzgebiet ohne Genehmigung untersagt. Hierbei geht es nicht alleine, um die Vermeidung von Lärm, sondern vor allem, um den Schutz der dort beheimateten Raubvögel.

Ziel der diesjährigen Expedition war die Source du Castor, welche ausgehend von Pont d’Arc flussabwärts auf der rechten Seite in der Nähe der bekannten Felsformation „cathédrale“ befindet.

Wenn man in der Gorges de l’Ardèche Höhlen besichtigen / erkunden oder gar explorieren will, muss diese Unternehmung mit den Verantwortlichen des Naturreservats abstimmen und genehmigt werden. Vor allem bei Explorationen, sollten diese bis zum 31. Januar des geplanten Jahres, eingereicht werden. Gleichzeitig müssen die Ergebnisse aus den Erforschungen mit den verantwortlichen Behörden geteilt werden.

In der Vorbereitung von unserem Projekt haben wir diese Genehmigung beantragt und uns mit den Verantwortlichen abgestimmt. Diese standen unserem Projekt aufgeschlossen gegenüber, allerdings muss man alle Informationen zum Projekt (Ziel, geplant Tauchgänge, Anzahl Taucher usw.) zusammenschreiben. Nachdem wir alle Informationen zum Ablauf zur Verfügung gestellt hatten, wurde unser Projekt für 2019 genehmigt. Zusätzlich wurden wir gebeten neben unserer Suche nach einer Fortsetzung auch im vorderen Bereich noch ein wenig zu dokumentieren. Während des Projekts haben uns die Verantwortlichen auch besucht, um uns kennenzulernen und haben uns Einblicke in ihre Arbeit gegeben. Im Laufe des Besuchs hat sich gezeigt, dass es den Verantwortlichen, um ein Miteinander geht und nicht das oberste Ziel ist, jegliche Aktivitäten zu verbieten.

 

Die Höhle Source du Castor

Die Source du Castor ist eine Unterwasserhöhle deren Eingang am Ufer des Flusses Ardèche liegt. Die Höhle kann über zwei schmale Öffnungen betaucht werden. Teile des Eingangs liegen permanent unter der Wasseroberfläche, so dass die Höhle nicht trocken betretbar ist.

 

Historie Höhlenexploration (Quelle: www.plongeesout.com)

  • Wann die Höhle entdeckt wurde ist nicht bekannt. Erste Erkundungen wurden durch den G.E.P.S sowie lokale Taucher durchgeführt.
  • 1979 hat der S.C. Paris begleitet durch F. LE GUEN die Höhle auf eine Länge von 430m und einer Tiefe von 50m erforscht.
  • 1981 hatte die Schweizer Tauchgruppe G.L.P.S. den tiefsten Punkt der Höhle auf 68m erreicht und die Höhle bis auf 640m erforscht.
  • 2005 Fred Badier & Xavier Meniscus finden eine Fortführung und Xavier Meniscus erweitert bis 2008 kontinuierlich den Höhlenverlauf auf 800m. Dort endet die Höhle in der Salle Chaotique, wo man auftauchen muss:
    • Explorationsvideo von Xavier Méniscus (2008): 
       
    • Virtuelle Tauchgang von Frank Vasseur: 
       

Vereinfachter Höhlenverlauf (Quelle: youtube, von Fred Badier und Xavier Ménisus)

 

Salle Chaotique

Die Bennung der Salle Chaotique lässt sich auf den 1.Blick herleiten, den ein Taucher beim Auftauchen aus Sump1 hat. Man sieht eine riesige Halle, die in Richtung 210° weiter verläuft, bei der man das Ende nur erahnen kann. Vor einem liegen große Versturzfelsen, die kreuz und quer wie von der Decke gefallen aussehen. Diese sorgen dafür, dass die Absätze von 1m bis 5m (Einstieg S2) sind. Dank einer unter Wasser liegenden Stelle am Podest vor Ausstieg Sump 2, lässt sich relativ leicht der trockene Bereich zum Salle Chaotique betreten und das Tauchgerät ablegen. Wenn das geschehen ist, muss man entweder über eine Leiter 3m hoch zum nächsten Podest oder man krabbelt auf allen Vieren rechts daran vorbei, um dann über scharfkantige Felskanten, tiefe Löcher dazwischen oder lehmgefüllte Pfützen auf den Versturzfelsen weiter zu klettern. Der Anstieg ist insgesamt 5m hoch.

Eine Analyse der Atemluft brachte folgendes Ergebnis:

  • CO: >= 5% (Maximalwert des verwendeten Analysegerät)
  • O2: 14,7%

 !! Achtung: Atemluft in der Salle Chaotique ist toxisch!!

Skizze Salle Chaotique

Skizze der Salle Chaotique 

Erst jetzt erkennt man das Ausmaß der Salle Chaotique und kann die jeweiligen Enden sehen. Am höchsten Punkt steht man dann vorm Einstieg von Sump 2, kann dessen „CRISTAL CLEARES“ Wasser bestaunen und hat einen tollen Blick in beide Richtungen über das riesige Kirchenschiff, welches die Form des Salle Chaotique (L: 35m, B: 15m & H: 16m) ist. Einzig über Sump 2 am Südostwärtigen Eck ist die rechteckige Form unsysmetrisch herausgebrochen und folgt etwas dem Verlauf vom Donut Sump. Die herausgebrochenen Versturzfelsen findet man Unterwasser im Donut Sump.

 

Blick vom höchsten Punkt der Salle Chaotique zum Pool von S2 (Donut Sump)

Außerdem befindet sich am höchsten Punkt Richtung 300° ein 1,5m hoher & breiter Gang. Der Gang, der sich nach dem Zustieg links, rechts, links, rechts schlängelt steigt leicht an und mündet in einem großen Raum von ca. 8 x 6 m. Das Besondere ist die Höhe des Raumes. Er ist bis zu 20m hoch und sieht aus wie der Glockenturm zum Kirchenschiff „Salle Chaotique“. Da eine direkte Verbindung besteht, lässt sich anhand der Gasanalyse schließen, dass keine Verbindung zur Oberfläche an der Spitze des Glockenturmes besteht. Auch ein Ausschalten des Lichtes brachte keine Ergebnisse. Zur Zeit der Exploration konnte kein fließendes Wasser zwischen S1 und S2 ausgemacht werden.

Nur wenn man eine Leiter vom höchsten Punkt zum S2 herab lässt, kann man die 5m hohe Wand mit oder ohne Tauchequipment überwinden und weiter zum Pool von S2 vordringen. Das klare Wasser wird sehr schnell durch das Anlegen der Ausrüstung trüb, erholt sich aber annehmbar wieder schnell. Des Weiteren sollte man auf die scharfkantigen Versturzfelsen im Wasser aufpassen.

 

S2 : Donut Sumps

Verlauf des Donut Sumps inkl. der verlegten Leine. Im Norden die beiden neuen Auftauchstellen

Nach dem Abtauchen ist man nach ca. 20m am Einstieg zum Donut Sump auf einer Tiefe von 8m. Rechts der Mainleine folgend öffnet sich ein Gang mit ca. 2,5 x 2,5m. Dieser West Gang verläuft quasi in Verlängerung zur Salle Chaotique in Richtung 210°. Leicht Ansteigend zum westlichen Ausstieg von S2 über eine Länge von ca. 40m findet man einige fossile Turmschnecken „Turritellidae.“

Turmschnecken im Donut Sump

Es gibt keine Versturzfelsen im gesamten Gang, lediglich ein wenig lehmiger Sand liegt am Grund, so dass im glatten Gang kein Placement der Mainleine möglich ist.

Beim ansteigenden Ausstieg im Südwesten findet man wieder den ersten Felsen an der die Mainleine befestigt ist. Nachdem Ablegen des Tauchzeuges findet man ein Raum von 10m Tiefe, 6m breite und 3m Höhe. Der Raum ist durch einen in Blickrichtung Süden großen Felsen (2m breit, 1,5m hoch) zu einem 1/4 abgeteilt. Hinter dem Felsen befinden sich am südlichen Ende 2 Tunnel von 1 x 1m, die es definitiv noch zu erkunden gilt. Jedoch lässt sich der Felsen nur mit leichter Ausrüstung überwinden.

Südwestlich Auftauchstelle des Donut Sumps

Wenn man sich jetzt Richtung S2 umdreht, wirkt es als ob über dem Pool ein großer Felsen hängt. Durch die seitliche Auswaschung des Ganges hat die flachere Decke darüber eine runde Form. Bei der Erkundung beider Trockenbereiche jenseits S2 war sehr gut ein Wasserrauschen aus Süden zu hören, jedoch war keinerlei Strömung oder Wasserlauf im Donut Sump selber zu vernehmen.

Blick Richtung Pool des Donut Sump an der südwestllichen Auftauchstelle

 

Eine Analyse der Atemluft brachte folgendes Ergebnis:

  • CO: >= 5% (Maximalwert des verwendeten Analysegerät)
  • O2: 14,7%

 !! Achtung: Atemluft in der Salle Chaotique ist toxisch!!

Der südliche Quergang von Ost – West hat eine leicht gebogene Form, ist 5m breit und maximal 3m hoch. Die Hauptrichtung gem. Tauchgangsverlauf ist 150° und ca. 25m Länge. Der Gang hat das gleiche glatte Erscheinungsbild des Felses wie im Westgang. Etwas Lehm-Sand Gemisch am Grund und helles Karstgestein. Als besonderes Highlight erreicht man nach 2min Tauchstrecke in 3m Tiefe den Ostgang über 2 unterschiedlich große Torbögen. Diese grenzen den südlichen Quergang vom Ostgang ab und werden von Torpfosten geteilt.

Sicht auf den Torbogen im Verbindungsgang der von Ost nach West führt

Kurz vor diesen Torbögen befindet sich eine verjüngende Ausbuchtung an der Nord-Ost Ecke des südlichen Ganges. Als Fortsetzung zur Irgendwas kann diese Ausbuchtung ausgeschlossen werden.

Sicht auf eine Verjüngung ohne Weiterführung im Verbindungsgang

Der Ausstieg Süd-Ost vom Donut Sump hat etwas steileres Ufer mit nur einem sehr kurzen ebenen Trockenbereich. Hier gibt es 2 „Löcher“, die es mit deutlich leichterer Ausrüstung genauer zu erkunden gilt. Um hier weiter zu kommen, wäre wieder eine schlanke OC Schleifsack Kombination nötig, um entsprechend sicher über die Felsen klettern zu können.

 

Bilder aus der Trockenstelle am süd-östlichen Ausgang des Donut Sumps

Ein Messen der Umgebungsgase ließen die Karstformationen am Grund nicht zu. Aufgefallen ist die gleiche Art des Wasserrauschens, wie im parallelen Ausstieg von S2. Nur etwas leiser. Daraus lassen sich die gleiche Gase schließen, da es vermutlich eine Verbindung gibt. Der Poolgrund hat einige Versturzfelsen am Grund liegen, wovon viele mit Versteinerung durchzogen sind. Insgesamt hat das Gewölbe überm Pool vom Süd-Ost Ausstieg 8m O-W und 4m N-S bei maximal 3m Höhe über Wasser.

Trockenbereich südöstliche Auftauchstelle

Auch der ostwärtige Gang de Sumps hat eine glatte Karststruktur in Richtung 210° vom Einstieg aus gesehen. Die südliche Hälfte hat einen ebenen Boden und ist hier ca. 5m breit und 2m hoch. Hier finden sich auch versteinerte Turmschnecken am Boden wieder, welche gefühlt härter sind als das Karst an sich. Im Vergleich zu den vorherigen Gängen gibt es hier eine große längsverlaufende Lehm- Sandbank.

Markiert mit kleineren Versturzfelsen geht in Richtung Norden der Boden zu einer Rinne über. In diesem Bereich gibt es im Längsverlauf größere Spalten und kreisrunde Löcher in der Decke, die aber ein aufsteigen verhindern. Des Weiteren befindet sich hier auf 7m auch auf der westlichen Seite eine größere Spalte deckenwärts, die maximal mit einem Sidemountsystem betaucht werden kann. Hier verjüngt sich der der östwärtige Gang zu 2 x 2m. Insgesamt hat der Ostgang eine Länge von ca. 40m.

Bilder aus dem südöstlichen Gang

Die tiefste Stelle des Donut Sumps befindet sich im Höhlen Knie Nord zum Ost Gang auf 11m. Der nördliche Quergang Ost-West verläuft parallel zum Südgang mit 150° und ca. 25m Länge. Am Höhlen Knie beginnend fühlt sich langsam der Boden mit kleinen Versturzfelsen. Diese Versturzfelsen werden immer größer, je näher man zum Einstieg S1 kommt. Auf den Versturzfelsen liegt sehr feines Sediment, was zu einer schnellen Eintrübung der Sicht führt. Kurz vorm Erreichen des Einstiegpools von S2 ist die Leine mit einem Jump zur Mainleine unterbrochen. Von hier aus lässt sich bereits das Licht des wartenden Oberflächensupporters erkennen.

 

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