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Foux de la Vis - 2017

 

Team: Manuel, Florian, Steffen, Marc, Tobi, Max

Gäste: Thomas, Zeljka

 

Dieses Mal führte uns unsere Reise erneut zur Foux de la Vis, die wir bereits 2010 erkundeten.  Die Vis befindet sich im französischen Departement Gard im malerischem Nationalpark der Cevennen.

Ziel war es, dass jeder ins Wasser kommt und dass das Push Dive Team bestehend aus Tobi und Thomas die ca. 3 km erforschte Höhle mit einer Maximaltiefe von ca. 105 m weiter explorieren.

Besonders interessant ist hier der Teil der Höhle um 1800m bei der sich der Gangverlauf plötzlich hebt und nach Norden wieder Richtung Vis wegdreht. Zu erwarten wäre hier das sich eine Fortsetzung Richtung Süd oder Südwest ergibt.

 

1. Tag Anfahrt

Nach einer langen Fahrt über 10 Stunden erreichten wir abends das Bergörtchen Brissac und bezogen unsere Unterkunft.

Sogleich wurde der Grill angeschmissen und die Pläne für den morgigen Tag geschmiedet. Das Setzen des Habitats sollte unser morgiges Ziel werden.

Das Team bestehend aus Thomas und Max sollten auf 9 m überprüfen, ob sie vier bzw. idealerweise acht Bohrungen für das Habitat anbringen können.  Da der Höhleneingang sehr eng ist, konnten wir kein normales Habitat benutzen sondern das zusammenfaltbare Habitat musste zum Einsatz kommen. Dies wird anders als das feste Habitat, nicht an der Decke befestigt sondern bedarf eben einer entsprechend guten Befestigung in der Wand/Boden.

Marc erklärte dem Team noch eingehend die Nutzung der mitgebrachten Luftdruckbohrer, mit denen das Bohren unter Wasser kinderleicht gehen sollte.

 

2. Tag

Der regnerische Morgen und der Regen der Tage davor, ließ in uns Zweifel aufsteigen, ob die Bedingungen vor Ort die Besten sein werden. Dennoch ließen wir uns nicht entmutigen und packten unser Equipment und so fuhren wir gegen 8 Uhr mit unseren vier voll beladenen Fahrzeugen zur ca. 30 km entfernten Foux de la Vis.

Nach Ankunft luden wir unser Gepäck für das Tauchteam und machten uns auf den langen und beschwerlichen Weg zur Höhle, den wir noch einige Male laufen mussten. Die Höhle der Foux de la Vis erreichten wir nach einem ca. 30 Min. Berg aufwärts gehendem schmalen, teilweise durch Büsche verwachsenem Weg. Dort angekommen wurde das Equipment erst mal vor der Höhle zwischengelagert. Der Eingang des Trockenbereiches war sehr schmal und musste auf allen Vieren mit Helm überwunden werden. Nach einem kurzen Stück teilweise in gebückter Haltung wurde sogleich der schmale Höhleneingangspool inspiziert und mit Entsetzen mussten wir feststellen, dass dieser durch einen großen Felsblock versperrt war.

 

Nach eingehender Beratschlagung entschlossen wir uns diesen Felsblock so zu drehen, dass dieser von der Form her in den engen Höhleneingangspool fällt und somit schließlich ins Wasser.

Nach anfänglichen Versuchen mit Hammer und Meißel, wechselten wir schnell zu Kette und Seil. Marc gab immer wieder die Kommandos zum Ziehen, aber leider rutschte die Kette immer wieder vom Stein ab. Wir blieben hartnäckig und so schafften wir es doch noch durch starke Teamarbeit den Stein so zu drehen, dass dieser sich um seine eigene Achse dreht. Es fehlte nur noch ein „kleiner Schubser“ in die richtige Richtung. Marc hüpfte auf dem Stein und so fiel der Stein mit einem lauten Plumps ins Wasser, Marc hinterher. Er konnte sich aber glücklicherweise noch oben an den Wänden festhalten.

Es offenbarte sich uns eine vermeintlich klare Höhle. Das Team war happy und so konnten wir endlich das restliche Equipment mühsam in den Trockenbereich bringen, der zugleich auch als Lager diente.

Thomas und Max bereiteten sich auf den Tauchgang vor und machten ihre beiden Kiss tauchklar. Sie sollten berichten, wie der Flow ist und nachschauen, ob/wie es möglich ist auf 9 m das Habitat zu setzen.

Der Einstieg in dem engen Höhlenpool erwies sich als schwierig und war nur möglich, indem man rückwärts ins Wasser kraxelte. Außerdem hatte der Pool nur Platz für einen Taucher.

Thomas und Max waren ca. 45 Min. lang in der Höhle. Ersten Berichten zu Folge, mussten keine Bohrungen erfolgen, da auf einer Tiefe von 9,5 m in einer Spalte auf jeder Seite bereits fünf Bohrhaken vorhanden waren. Diese schienen stabil und könnten benutzt werden. Auf ca. 6 m befand sich das alte Habitat verkehrt herum auf dem Boden.

Nach der Engstelle bei ca. 10 - 15  m Tiefe geht der enge Gang über in eine große Kieshalde. Der erste Knick war bei ca. 15 m auszumachen. Bei 49m war die Leine an der Kante (wie eine Steilwand) gerissen und zusammengerollt. Thomas hat das Leinenendstück in die Hand genommen und bei ca. 56 m befestigt.

Insgesamt waren die beiden ca. 130 m weit in der Höhle drin. Leider hatte die Höhle einen starken Flow und die Sicht war mit 4 m ehr mittelmäßig, da wir ja geplant hatten mit Scootern reinzutauchen.

Nach der Info, dass "kühlschrankgroße Steine" auf der alten Leine lagen und diese frisch runtergekommen waren, beschlossen wir erst mal, die Taucher aus dem Wasser steigen zu lassen und diese Information in gemeinsamer Runde nochmal zu besprechen.

Daher vertagten wir das Setzen des Habitats und machten uns auf dem Rückweg. Währenddessen wurde der Regen stetig schlimmer und es bildeten sich kleine Wasserrinnsale über den Wanderwegen.

Abends fuhren wir dann in die Ortschaft Laroque am Fluß Herault, deren Straßen teils überflutet waren. Aufgrund des zunehmenden starken teils gussartigen Regenfalls, mussten wir den Ablauf des nächsten Tages planen. Da Tobi der erfahrenste Taucher ist, wurde beschlossen, dass er und Thomas morgen ins Wasser gehen werden, um die aktuelle Lage zu checken bzw. ob Tauchen generell überhaupt möglich sein wird.

 

3. Tag

Der Morgen präsentierte sich uns mit einem bewölktem Himmel und leichtem Nieselregen. Wir packten für das Team Tobi und Thomas und fuhren gegen 8 Uhr wieder zur Vis. Mit vereinten Kräften wurde das Equipment unter den anwesenden Teilnehmern verteilt und auf einen erneuten anstrengenden Weg hinauf befördert.

Am Höhlenpool angekommen, bot sich uns ein Bild der Verwüstung. Liegengebliebenes Material vom Vortag lag kreuz und quer in der Höhle. Der Pegel des Wassers ist aufgrund des anhaltenden Regens gestiegen und überschwemmte teilweise den Trockenteil der Höhle und somit das Equipment im Raum. Somit war klar, dass aufgrund der Überschwemmung der Flow und die Sicht sich verschlechtert haben und so leider auch kein Tauchen mehr möglich sein wird.

Im Höhlenpool lagen noch zwei Stages von Max und Thomas, die noch gerettet werden mussten. Thomas zog seinen Trocki an und nahm eine Stage und Maske mit. Da nur die Harten in den Garten kommen, folgte Max leicht bekleidet mit Badehose. Die Rettung verlief erfolgreich, jedoch hatte sich Thomas dabei leider seinen Trocki aufgerissen, was nicht gerade zur Aufhellung der Stimmung beitrug.

Nach der endgültigen Entscheidung abzubrechen, packten wir unser gesamtes Equipment zusammen und liefen einige Male um dieses in die Busse zu laden.

Angekommen in der Unterkunft entfachten wir den Grill und beschlossen am nächsten Morgen vorzeitig aus unseren Unterkünften auszuziehen und weiter zum Fun-Tauchen in die Font Estramar, Goul du Pont und zur Goul de la Tannerie zu fahren.

Vor Ort boten sich uns beste Bedingungen mit kristallklarem Wasser und so konnten wir zum Ausklang noch einige richtig gute Tauchgänge machen.

 

Fazit:

Challenge accepted. Die Höhle bietet noch sehr viele unentdeckte Gänge und es werden noch viele weitere TG folgen. Wir kommen wieder.

In diesem Sinne,

Eure Cavebase

 

Gallery

 

 

Video

 

In unserem Review-2017-Video sind ein paar Ausschnitte aus dem Vis-Projekt enthalten.