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Kroatien 2015

 

Team: Max, Ivo, Sebastian, Flo, Heinke, Steffen, Tobi, Marc

 

Das zweite Projekt im Jahr 2015 brachte uns zurück nach Kroatien. Das Projekt stand auf der Kippe, da es die Wochen zuvor in Kroatien stark geregnet hatte. Unsere Kontakte vor Ort hatten uns von starkem Flow berichtet. Somit waren einige Höhlen noch kurz vor Projektbeginn nicht betauchbar. Einen Tag vor Projektbeginn haben wir uns dann aber doch entschieden das Projekt zu starten.

 

1. Tag

Anreise der ersten 5 Teilnehmer (Max, Ivo, Sebastian, Flo und Steffen) am Samstag. Wir waren mit zwei Autos unterwegs und hatten einen Hänger fürs Equipment dabei. Die Anreise mit dem Hänger ist doch deutlich länger als mit dem PKW oder Bus und dauerte ca. 10 Std. Ankunft in Starigrad gegen 21 Uhr.

Da Starigrad eine touristische Gegend ist hatten wir diesmal ein deutlich besseres Hotel als noch im Jahr zuvor im Landesinneren (*** kroatische Sterne). Hier hatten wir den Luxus, dass wir einen eigenen Tauchkeller in einem der Hotelräume einrichten konnten, den wir für die Dauer des Projekts nutzten. Zum Abschluss des Tages gab es noch Essen und die Planung des ersten Tauchtages.

 

 

2. Tag ( Modrič )

Das Tauchequipment wurde ausgeladen und zusammengebaut. Am Sonntag stand die Höhle Modrič auf dem Programm. Diese Höhle hatten wir bereits letztes Jahr betaucht ( hier zu lesen ) und in diesem Jahr wurde die Leine von der Plongee Sout, DirSlo und AKPP um fast 1km verlängert. Davon angespornt wollten wir sehen ob wir die Höhle weiter erforschen können.

Da wir einige neue Teilnehmer dabei hatten und wir die Berichte von schwierigen Verhältnissen bekommen hatten standen erstmal Erkundungstauchgänge sowohl fürs OC als auch fürs RB Team auf dem Programm. Nach der Engstelle zu Beginn der Höhle wird der Höhlengang sehr geräumig und man kann bis auf wenige Stellen bequem nebeneinander scootern. Nach ca. 300m traten die ersten Haloclines auf und uns kam Süßwasser entgegen was die Sicht sehr stark variieren lies. Das RB Team (Flo und Ivo) drang bis zur früheren End-of-Line (EOL) vor. Der starke Flow der letzten Wochen hatte doch das ein oder andere Stück Leine zerstört, die geflickt werden musste. Mittags sind Marc und Heinke dazu gestoßen, die die Nacht durchgefahren waren.

Der zweite Tauchgang (Flo und Max) ging bis ca. knapp 600m. Hierbei wurden noch weitere Flickarbeiten durchgeführt und Leinenreste entfernt. Kurz nach dem Umkehren musste Max feststellen, dass sich die Fahreigenschaften seines Scooters komplett veränderten und dieser nur noch während der Fahrt eine akzeptable Wasserlage aufwies. Somit war klar, der Scooter ist vollgelaufen – Max hat ihn aber dennoch noch aus der Höhle gebracht, was es zu einem sehr teuren Tag für Max machte, da der Akku somit Schrott war.

 

3. Tag ( Modrič )

Das OC Team (diesmal erweitert um Heinke) hatte in diesem Projekt die Aufgabe Filmaufnahmen zu erstellen. Vom Vortag wussten wir noch eine schöne Stelle nicht allzuweit vom Eingang entfernt mit einem großen Tropfstein in einer 90 Grad Kurve. Die Sichtweiten in der Modrič waren fürs Tauchen okay - fürs Filmen hingegen unzureichend, aufgrund der vielen Schwebteilchen. Somit können die meisten Aufnahmen nur zur Dokumentation verwendet werden bzw. bestenfalls als Übung für spätere Filmtauchgänge dienen.

Das RB Team (diesmal erweitert um Marc) hatte sich weiter an der Leine entlang gekämpft und die Leine repariert. Die Penetrationstiefe vom RB Team lag an diesem Tag bei gut 1km. Beim Auftauchen beim zweiten Tauchgang des Tages sind wir bei Sonnenuntergang aufgetaucht. Hier ist auch das schöne Bild entstanden, welches die Thor Broschüre ziert und ihr am Anfang des Artikels bewundern könnt.

 

 

4. Tag ( Glavas )

Um bessere Filmaufnahmen zu erstellen und weil einige Teilnehmer die Höhle noch nicht kannten sind wir zur Höhle Glavas gefahren. Diese besticht durch klare Sicht sowie helle Wände, die das Licht schön reflektieren. Auch erlauben Auftauchstellen (im flachen Seitenarm) eine Kommunikation über Wasser. In der vom letzten Jahr bekannten Höhle war ausschließlich das OC Team im Einsatz und hat Filmaufnahmen erstellt. Hier waren die Bedingungen mit um die 20m deutlich besser als in der Modric und es waren bessere Aufnahmen möglich. Max und Sebastian waren ebenfalls von der Höhle beindruckt, so wie einige von uns bereits letztes Jahr.

Aufgrund von Ungereimtheiten zwischen unserer Tauchgenehmigung und der Meinung der lokalen Behörden mussten wir unsere Aktion in der Glavas leider nach dem ersten TG abbrechen. Die Regularien ändern sich in Kroatien immer wieder, was immer wieder neuer (anderer) Genehmigungen bedarf, die wir in diesem Fall nicht zu besitzen schienen. Tobi stieß abends, nach unserer Rückkehr nach Starigard, zum Team dazu. 

 

5. Tag ( Modrič & Zečica )

Mit Tobi und zwei weiteren Scootern konnte man heute den Pushdive in der Modrič in Angriff nehmen (Marc, Flo und Tobi). Das Ende des nördlichen Gangverlaufs wurde bei ca. 1700m erreicht. Der Gang teilt sich hier, jedoch werden beide Enden schnell enger oder erreichen die Oberfläche was ein Fortkommen verhindert. Weiter vorne im Gangverlauf scheint die Höhle aber an einer Stelle signifikant die Richtung zu ändern. Vermutlich wäre das die bessere Stelle um nach Fortsetzungen zu suchen. Während dieser Zeit erkundete zwei OC Teams (Heinke, Sebastian und Steffen) sowie Team 2 (Ivo und Max) die Konditionen der Höhle Zečica. Diese Höhle liegt an der Spitze einer Landzunge, auf der wir unser Equipment nicht transportieren konnten. Da alle bis auf einen Scooter für den Pushdive benötigt wurden und wir erst für den Folgetag ein Boot organisieren konnten, mussten die Gruppen weite Schwimmstrecken zurücklegen. 

Es hat sich gezeigt, dass die Höhle betauchbar ist und somit zum zweiten Ziel des Projektes werden konnte. Die Höhle macht auf 40m am Höhleneingang so richtig auf und vergrößert sich derart, dass man während des Tauchens nicht alle Wände im Lampenschein zu sehen bekommt. Die Höhle ist sehr schön mit großen Gängen und vielen Stalakmiten und Stalagtiten. Die Sichtweiten lagen hier um die 5 bis 8 m, im Salzwasser um die 10+ m. Die Höhle verläuft größtenteils um die 40 m (21/35.). Die Leinensituation in der Höhle war katastrophal, die Mainline war an vielen Stellen durch die Strömung gerissen, Jumps waren nicht klar erkenntlich oder falsch markiert und oft war mehr als nur eine Leine vorhanden. Bereits im Eingangsbereich musste einiges an Leine geflickt werden.

 

 

6. Tag ( Zečica )

Mit den Erkenntnissen des Vortags beschlossen wir als Ziel für heute für das OC Team die Leine im Eingangsbereich komplett sauber neu zu verlegen und die alten Leinenreste zu entfernen. Team 1 (Basti, Heinke und Steffen) kümmerte sich um den Eingangsbereich sowie um die Videodokumentation des Einsatzes. Team 2 (Ivo und Max) sorgten für einen sauberen Leinenverlauf in den ersten 300-400 m. Somit konnte das RB Team den Eingangsbereich der Höhle schnell hinter sich lassen und musste erst später mit Leine flicken beginnen. Nach getaner Arbeit konnte OC Team 1 im zweiten TG die Früchte der Arbeit genießen. 

Das RB Team hingegen konnte bis EoL bei ca. 1250m vordringen und hat versucht neue Gänge zu finden. Am Leinenende angelangt endet die Höhle in einem Versturz mit großen Blöcken, die aber nicht genug Platz für eine weiteres Vordringen zuließen. Dazu aber später mehr. Der letzte Dekostop des RB Teams fand im Freiwasser auf 6 m statt. Die Idee war die Dekozeiten dazu verwenden bereits etwas um die Landzunge herum zu scootern. Leider verläuft die 6m Linie in Richtung Bucht mit dem Ergebnis das das RB Team mitten in selbiger das erste Mal den Kopf aus dem Wasser streckte. J.

 

7. Tag ( Majerovo )

Neben Modrič und Zečica stand noch eine weitere Höhle im Landesinnern auf dem Programm. Die Höhle Majerovo war ebenfalls komplett neu für uns und liegt ca. 90 min von Starigrad entfernt und befindet sich in einer sehr abgeschiedenen, aber auch sehr idyllischen Gegend.

Diese Süßwasserquelle speist eine alte Mühle und liefert auch im Sommer recht viel Wasser. Die Höhle hat zwei engere Eingänge, die aufgrund der Wassermengen eine ordentliche Schüttung haben. Die Teams sind gemeinsam abgetaucht um die Konditionen zu prüfen. Team 1 (Ivo und Max) haben eine Leine in die Höhle gelegt. Team 2 ist zwischenzeitlich aufgetaucht um Team 1 die Zeit zu geben Leine zu legen und sich nicht gegenseitig auf den Füssen zu stehen. Die Konditionen am Höhleneingang sind auf Grund des Flows recht anspruchsvoll, da praktisch über Kopf gut 15m durch eine Düse getaucht werden muss. Wenn man sich nicht festhält, spuckt einen die Höhle in Sekunden wieder aus. Nach kurzer Wartezeit und einem erneutem Kampf mit dem Eingang konnte auch Team 2 die Höhle betauchen. Auch Tobi und Flo kömpften sich samt RBs in die Höhle. Den Tauchgang brachen Sie dann aber sehr bald ab, da die Höhle schnell Tiefen von 70m und mehr erreicht und die darauf folgende Deko in beschriebener Düse alles andere als Spaß versprach.

 

 

8. Tag ( Zečica )

Geprägt von den Eindrücken des ersten TG in der Zečica wollte man nochmals versuchen ob man nicht doch noch einen weiteren Gang findet bzw. ob die Höhle nicht doch weiter geht. Daher hatten Flo und Tobi beschlossen am letzten Tag nochmals in die Höhle zu fahren. Dieses mal hatten die beiden eine Möglichkeit gefunden, den Versturz links zu umgehen. und konnten nochmals ca. 30m Leine verlegen, landeten aber letztendlich in einer Sackgasse.

Nachdem der Versturz also auf beiden Seiten nicht umgehbar zu sein erschien und sich auf Grund der Sichtbedingungen von gut 3m an dieser Stelle die Suche relativ schwierig gestaltete, mussten die beiden unverrichteter Dinge wieder drehen. Interessant an dieser Stelle ist das die Höhle mit 35m wieder flacher wird und trotz der Tiefe Süßwasser führt. Was zum einen eben die schlechteren Sichtweiten mit sich bringt, zum anderen aber auch dafür spricht das die genug Wasser hinter dem Versturz zu kommen scheint um das Salzwasser zu verdrängen. Auf dem Rückweg haben Flo & Tobi noch versucht an einem Teil der Höhle, an dem sie einen prägnanten Richtungswechsel vollzieht, eine Fortsetzung zu suchen in der der eigentliche Gangverlauf vermutet wurde - leider ohne Erfolg.

 

 

Wir hatten wirklich viel Glück mit dem Wetter und mit unseren Gästen. Neben den zwei uns bekannten Höhlen (Modrič und Glavas) konnten wir mit Zečica und Majerovo zwei neue Höhlen kennenlernen. Beide Höhlen scheinen jedoch schon völlig erschlossen zu sein bzw. Fortführungen dürften eher schwer zu finden sein.

Alles in allem ein erfolgreiches Projekt. Kroatien ist immer wieder eine Reise wert. Wir hoffen auf weitere neue Höhlen in dieser Gegend.

 

In diesem Sinne,

Eure Cavebase

 

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