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Gourneyrou 2021

Teilnehmer: Marc, Steffen K., Olli O., Mats, Aline, Heinke, Steffen B., Marcel, Max, Florian, Tom

Warum nochmal zur Gourneyrou? Habt ihr dort etwas vergessen?

So oder so ähnlich könnten die Fragen lauten als bekannt wurde, dass wir dieses Jahr nach 8 Jahren wieder zur Gourneyrou aufgebrochen sind. Aber warum das Ganze? Nun, das lässt sich eigentlich ganz einfach erklären. Auf unserem Jahrestreffen haben wir nach Projekten gesucht die wir als Team meistern können. Da doch die meisten von uns noch nie die Gourneyrou getaucht sind und es von dort kaum brauchbares Kartenmaterial gibt und außerdem die „alten Hasen“ in der Cavebase immer von viel Spaß bei den Projekten erzählt haben, war der Entschluss schnell getroffen, dass wir zurück zur Gourneyrou wollen. Ziel sollte es nicht in erster Linie sein das End-Of-Line zu erreichen, sondern mit brauchbaren Daten von der Höhle zurückzukehren, um eine entsprechende Karte anzufertigen.

Im Vorfeld hatten wir aufgrund der Lage und der Topografie der Höhle viel überlegt und verschiedene Workshops geplant, um Dinge wie Habitat und Tauchgänge mit entsprechenden Jojo-Profilen zu trainieren. Leider hat uns bei der Planung mal wieder Corona den ein oder anderen Strich durch die Rechnung gezogen, sodass die angesetzten Termine leider zum größten Teil ausgefallen sind. Das Projekt rückte immer näher und wir wurden etwas nervöser. Macht es, ohne die ganze Vorbereitung, überhaupt Sinn zur Gourneyrou zu fahren? Sollten wir das Projekt auf den Herbst verschieben oder nur den ein oder anderen Testtauchgang planen und die restliche Zeit mit etwas Fun-Diving füllen? Wir merkten schnell eine gewissen Uneinigkeit im Team, es gab viele Ideen, aber keine hat so richtig für alle gepasst.

Letztendlich bestand unser Plan darin den Weg zur Gourneyrou auf uns zu nehmen, ein paar Checktauchgänge durchzuführen und dann spontan zu entscheiden, ob wir die restlichen Tage weiterhin an der Gourneyrou bleiben oder zur nahegelegenen Gourneyras schwenken und dort tauchen. Sollten die Bedingungen schlecht sein gab es auch immer noch die Option kurzfristig eine Ferienwohnung zu mieten und andere Höhlen in der Gegend anzufahren. Wir wollten erste Erfahrungen mit der Lage, mit dem Materialtransport, aber auch der Höhle selbst sammeln, sodass wir dann ggf. im 2. Projekt des Jahres oder 2022 mit einer besseren Vorstellungskraft planen können und ideal vorbereitet sind. Unser Entschluss war gefasst und so ging es am 05. Juni, für den größten Teil des Teams, los nach Süd-Frankreich. Für Samstag stand die Anreise und Aufbau des Basislagers auf dem Programm. Unsere zwei Steffens machten sich bereits am Freitag auf den Weg und waren dadurch am Samstag die ersten am Basislager. Nach gut 12-13 Stunden Fahrt, ein paar Regenschauern und etwas Stau auf der Autobahn kam das weitere Team um Mats, Aline, Marcel, Olli und Max fast zeitgleich an der Einfahrt zum eigentlichen Feldweg zur Gourneyrou an.

Jetzt sind wir gleich da, dachten sich die meisten. Das wir jetzt aber noch gut 30-45 Minuten den Feldweg in Schritttempo zurücklegen mussten, darauf war keiner mehr vorbereitet. Aber auch diese Hürde meisterten wir ohne einen defekten Reifen oder ähnliche Probleme und so kamen wir am Basislager an und bauten unsere Behausungen und den Essensbereich auf. Anschließend machten wir uns direkt auf, den Fußweg zur Höhle zu suchen. Auch dieser war nach einigen Minuten gefunden. Wir waren jedoch auch sehr überrascht, wie weit es zu Fuß war. Der Abstieg vom Feldweg zur Höhle geht über viel loses Geröll runter an die Vis, dann etwas Flussaufwärts, bis man zum Höhlenpool aufsteigen kann. Ohne Material alles gut machbar und als wir den Höhlenpool gesehen hatten, waren auch alle direkt Feuer und Flamme für das „Loch“. Die Sicht und Bedingungen sahen super aus. Max und Olli sprangen direkt mal im Adamskostüm in die Höhle. Auf dem Rückweg schauten Steffen K. Max und Olli noch kurz an der Gourneyras vorbei. Man kann hier einfach im erfrischenden Fluss ein Stück aufwärtslaufen. Zurück im Lager schmissen wir unsere Grills an und schmiedeten Pläne für den nächsten Tag. Ziel war es Material über den Fußweg zur Höhle zu schaffen. Zu diesem Zeitpunkt planten wir ohne Seilbahn zu starten.

Am nächsten Morgen starteten wir bereits um 7:30 mit dem Frühstück, wir waren hochmotiviert und hatten viel vor. Nach dem Frühstück beluden wir das Transportfahrzeug mit dem benötigten Material und transportierten es die ca. 2 km zur Abstiegsstelle. Die Schleifsäcke wurden befüllt und das Team machte sich auf den Weg nach unten. Dort angekommen installierten wir erst einmal ein paar Seile, um uns abzusichern. Dank unserem Kefalonia-Projekt im letzten Jahr war das im Nu erledigt. Anschließend bereiteten sich Max und Olli für ein „Guggerle“ vor. Wir wollten nun wissen wie die Situation in der Höhle selbst ist. Was macht die Leinensituation? Wie ist die Sicht? Lohnt es sich noch mehr Material zur Höhle zu transportieren? All diese Fragen sollten in einer guten Stunde beantwortet sein. Die 2 tauchten nach der geplanten Zeit wieder auf und berichteten von guter Sicht und einer halbwegs intakten Leine. Nach einer kurzen Beratung legten wir fest, die Projektzeit für Aufräumarbeiten, Habitattraining und Vermessungsarbeiten zu nutzen. Es musste also mehr Material zur Höhle transportiert werden. Zurück im Lager angekommen richteten alle ihre Kreisel und benötigten Stages. Wie auch bei den letzten Projekten hatten wir einen genauen Plan, von welchen Gasen wir wie viele an welchen Stellen in der Höhle benötigen würden, sodass wir in einem Notfall immer sicher aus dem Wasser kommen. Das Transportfahrzeug wurde wieder beladen und wir machten uns erneut auf den Weg nach unten. Jeder der mal einen Ready-to-Go-JJ diesen Weg runtergetragen hat, weiß am Abend was er geschafft hat.

Am Sonntag rückte auch noch etwas Verstärkung an. Tom und Flo mussten leider auf der Anreise einen kleinen Umweg über Starnberg machen, sodass sie erst am Sonntag zu uns stoßen konnten. Nach einer kurzen Einweisung konnte auch die beiden direkt loslegen und Material richten.

 

Am Abend schürten wir wieder unsere Grills an und steckten die Köpfe zusammen was wir die nächsten Tage zu erledigen haben. Müde vom ersten Tag fielen wir anschließend alle schnell in die Zelte. Auch der Montagmorgen ging wieder bei Zeit los, frühstücken, Material richten, Fahrzeug beladen, Abmarsch um 9 Uhr. Was sich ein wenig anhört wie bei der Bundeswehr kann aber auch sehr viel Spaß machen. Für Montag war der Aufbau des Habitats geplant. Dafür hatten wir extra unser Habitat, einige Bohrhaken und eine Nemo-Schlagbohrmaschine mitgebracht. Ziel war es mit dem Nemo die Bohrhaken zu setzen und anschließend das Habitat daran aufzubauen. Leider hatten wir beim Aufbau nicht ganz so viel Glück wie wir uns erhofft hatten. Der Bohrer und die Haken wollten nicht so richtig harmonisieren und auch der Nemo machte Probleme und ist vollgelaufen. Damit rückte der Aufbau des Habitats erst einmal in weite Ferne. Eine weitere Aufgabe bestand darin, die Höhle bis zur Engstelle, von welcher uns Wilke und Tobi aus vergangenen Projekten berichtet hatten, zu betauchen. Die Engstelle befindet sich hinter dem ersten Knick im 20-30m-Bereich. Hierfür rüsteten sich Max und Olli. Als die beiden wieder aus dem Wasser kamen nannten sie die Engstelle liebevoll „Scheunentor“. Was vor 10 Jahren mit dem PSCR noch eine Engstelle war ist für einen CCR kein Problem mehr.

Auch am Montag kam nochmal Verstärkung hinzu. Heinke und Marc hatten die Anreise aus dem Hohen Norden und Osten gemeistert. Leider hatte sich Marc einen Reifen auf dem Feldweg, 50m vom Basislager entfernt, aufgerissen. Da merkt man wie schnell es gehen kann. Glücklicherweise hatte er ein vollwertiges Ersatzrad in seinem Bus und gemeinsam mit Olli konnte der Reifen an dieser ungünstigen Stelle gewechselt werden. Auch die beiden richteten sich am Basislager ein schönes Plätzchen ein.

Am Abend stand dann wieder die Planung für den nächsten Tag auf dem Programm, sowie das obligatorische Grillen. Hier und da gab es aber auch ein paar Nudeln.

Für Dienstagmorgen stand ein Vermessungs-Workshop auf dem Programm. Nicht alle im Team hatten mit dem mNemo viel Erfahrung. So haben wir nach dem Frühstück schnell ein paar Seile gespannt und Olli hat uns eine Einweisung in dessen Funktionen gegeben.

Nach ein paar Dryruns richteten wir das restliche Material und machten uns wieder auf den Weg zur Höhle. Wir hatten einen eng gesteckten Zeitplan, sodass alle Teammitglieder ins Wasser kommen sollten, ihre Aufgaben erledigen und wir das verfügbare Material effektiv nutzen konnten. Wie das halt so ist, bei einem Zeitplan funktioniert nicht immer alles ideal, es gibt mal eine Verzögerung oder auch den ein oder anderen kleinen Defekt. So ein Projekt fordert nicht nur vom Team alles ab. Auch das Material muss ganz schön was einstecken. Dennoch konnten wir unser Soll gut erfüllen. Während Mats und Schüssi neue Leine verlegten und Altbestand aus der Höhle im vorderen Bereich holten, konnten Marc, Heinke und die 2 Steffens weiter in der Höhle entsprechende Leinenarbeiten verrichten.

Max und Olli starteten auch die Vermessung an der neuen Leine. Nach einem langen Tag fanden wir uns alle wieder im Basislager zusammen. Nach einem kühlen Bad in der Vis setzen wir uns wieder an die Planung.

Das Team war sich schnell einig, dass wir doch noch eine Seilbahn aufbauen sollten. Sowohl für den Materialtransport als auch für Notfälle wäre der halbe Tag Aufbau gut investierte Zeit. Keiner wollte sich vorstellen, wie wir bei einem Notfall einen Taucher vom Pool zur Straße hochschleppen würden.

Wir planten für den Aufbau den nächsten Vormittag ein. Da Florian und Tom am Donnerstag leider bereits abreisen mussten, beschlossen wir, dass die beiden am Mittwoch den ersten Tauchgang machen sollten, während das restliche Team die Seilbahn aufbaute. Da wir sowohl Berg- als auch Talstation aufbauen mussten, konnte das Tal-Team den 2 mit den Geräten und dem Einstieg helfen und anschließend mit dem Aufbau beginnen. Währenddessen kümmerte sich das Bergteam um die Installation des Drahtseils und der Möglichkeit dieses auf Spannung zu bringen. Bei 30°C wirklich eine schweißtreibende Angelegenheit. Wie geplant stand die ganze Station innerhalb des Vormittags und wir konnten das weitere Material, dank der Schwerkraft, gemütlich abseilen. Kein Vergleich zum Fußweg! Während des Aufbaus bekamen wir plötzlich Besuch von der Feuerwehr. Diese hatte für den nächsten Tag eine Rettungsübung an der Gourneyras geplant. Für den restlichen Tag standen noch ein paar Tauchgänge auf dem Plan. Wir merkten jedoch auch wie anstrengend der Aufbau war, wodurch wir den ein oder anderen Tauchgang lieber verschoben haben. Man glaubt gar nicht wie lecker ein paar Bratkartoffeln am frühen Nachmittag schmecken können. Nichtsdestotrotz machte sich noch ein Team auf den Weg in die Höhle, um weiter zu vermessen. Auch musste das Material von Tom und Florian wieder nach oben geschafft werden. Alle im Team packten fleißig mit an.

Am Donnertag machten sich die zwei „Frühfahrer“ auf den Weg. Für das restliche Team stand Business as usual auf dem Plan. Vermessen, Leine aufräumen, ein wenig Videomaterial sammeln. Wir hatten alle Hände voll zu tun. Gerade das dicke Kletterseil, welches seit 1997 in der Höhle liegt, war eine kleine Herausforderung.

Der Freitag sollte unser letzter Tauchtag sein. Geplant war ein langer Tauchgang von Olli und Max, sowie der Materialtransport des gesamten Equipment nach oben. Es war klar, als erstes Max und Olli ins Wasser zu helfen. Da beide den JJ in „Gourneyrou-Config“ (mit 2x7l) nutzen waren sie um jede Hilfe dankbar.

Nachdem die beiden abgetaucht waren, besetzte das restliche Team Tal-, Mittel-, und Bergstation. Während an der Talstation das Material in Schleifsäcke geladen wurde und an die Seilbahn angehangen, musste die Mittelstation das Material einmal umhängen. An der Bergstation haben wir mit viel Mann- und Frauen-Power das Material händisch hochgezogen. Hier hat man jedes Kilo und jeden Meter gespürt. Nach einigen schweißtreibenden Ladungen entschlossen wir uns die schweren Geräte mit dem Auto zu ziehen. Zwischendurch hatten wir zum Glück etwas Pause, da wir auf Max und Olli warten mussten. Die beiden hatten geplant die Höhle bis zum „Scheunentor“ zu vermessen. Aufgrund der geplanten Tauchzeit haben sie ihren ppO2 reduziert, was natürlich gerade im tiefen Bereich für ordentlich Deko sorgte. Insgesamt ging der Tauchgang 7 Stunden, davon waren allein 5 Stunden in der Deko. Aber die beiden haben ihr Ziel erreicht und sogar bis 30 Meter hinter dem „Scheunentor“ vermessen. Nachdem die beiden sicher und wohlauf aufgetaucht waren, hat das restliche Team das Material weiter nach oben transportiert. Im letzten Schritt musste das Material jetzt noch von der Bergstation die 2km zurück zum Basislager transportiert werden und dann stand noch das große Sortieren an. Den Abend haben wir wieder mit leckerem Grillgut und isotonischen Getränken am Lagerfeuer ausklingen lassen. Zufrieden mit dem Erreichten und sichtlich geschafft vom Tag sind alle in die Zelte gefallen.

Der Samstag stand ganz im Zeichen des Aufräumens, die Autos mussten beladen, der Müll gesammelt und die Zelte abgebaut werden. Alle packten fleißig mit an und nachdem auch die letzten vermissten Autoschlüssel gefunden waren, konnten wir die Heimreise antreten. Jetzt galt es nochmal den 3km langen Feldweg unbeschadet zu überstehen. Wieder in der „Zivilisation“ angekommen statten wir erst einmal einem Supermarkt einen Besuch ab. Anschließend hieß es für uns heimfahren und das Material für das nächste Projekt vorzubereiten.

In diesem Sinne

Eure Cavebase.

 

Video

 

 

Kefalonia 2020

 

Teilnehmer: Marc, SteffenK., OlliO., Mats, Aline, Heinke, OlliS., SteffenB., Marcel S., Zeljka und Sascha

 

Alles begann mit ein paar schönen Bildern aus dem Internet. Bilder von der griechischen Insel Kefalonia und dem Wunsch die Höhlen dort mal in Wirklichkeit zu sehen. Was als Familien Urlaub begann, setzte sich als offizielles Cavebase Projekt fort.


Im Sommer 2019 machten sich drei Cavebase-Mitglieder mit Ihren Familien auf dem Weg nach Kefalonia. Neben der Zeit mit der Familie wollten sie sich davon überzeugen, ob die Bilder, die sie im Internet gesehen hatten auch wirklich der Realität entsprachen. Unten angekommen ging es zum Tauchshop von Makis in Agia Efimia, einem kleinen Fischerdorf an der Ostküste, der sie mit Flaschen und den nötigen Infos versorgte. Sie hatten neben ihrer Sidemountausrüstung auch SRT Ausrüstung dabei. Einige Höhlen waren sehr einfach zu erreichen, da sie direkt an der Straße liegen - für einige andere Höhlen musste man jedoch ziemlich klettern oder sich tief abseilen. Die drei waren echt begeistert. Klares Wasser und wunderschöne Höhlen mit Tropfsteinen. Mexiko Feeling in Europa! Gegen Ende des Urlaubs zeigte Makis ihnen noch die AGIA ELÉOUSSA. Für diese Höhle müsste man sich wagen 80m tief abzuseilen um dort tauchen zu können. Makis erzählte ihnen, dass die letzten Taucher vor Jahrzehnten da unten gewesen wären und nur circa 200 m erforscht seien. Es hieß, dass es dort noch viel zu entdecken gibt. Geschichten tauchten auf; dass sich wahrscheinlich eine riesengroße Höhle durch die ganze Insel ziehe. Es gab Färbeversuche…. Mit diesen Eindrücken sind sie nach Hause gefahren und haben dem Team davon berichtet.

 

Das Team war begeistert von den Aufnahmen, die wir aus den Höhlen mitgebracht haben. Das hat uns veranlasst, am Jahrestreffen das Projekt Kefalonia 2020, speziell Agia Eléoussa in Angriff zu nehmen. Uns war klar, dass für dieses Projekt andere Ausrüstung als für unsere sonstige Projekte benötigt werden würde. Somit begannen wir mit der Planung. Die Buchung der Unterkünfte und Flüge in solch einem großen Team kann dann doch schon mal ein paar Wochen dauern, bis alle Arbeitgeber, Partner etc. grünes Licht gegeben hatten. Anfang Januar stand der Zeitraum Juni 2020 fest. Nur wenige im Team haben SRT Erfahrung, somit war auch klar, dass sich Team Cavebase diese Skills aneignen musste. Wir buchten im März ein SRT Wochenende bei Funis (Nils Bräunig) in der Nähe von Bamberg, um in der Lage zu sein, uns längere Strecken abzuseilen und auch wieder alleine den Aufstieg mit eigener Hand meistern zu können. Während des Kurses haben wir das geplante Projekt besprochen und erläutert was wir vorhaben. Es war schnell klar, dass wir einen weiteren Workshop benötigen werden um auch die Seil-Einbauten, die es dort zu machen gilt, sicher bewerkstelligen zu können.

 

Dann kam die SARS-Cov2-Pandemie dazwischen und wir mussten alles fallen lassen. Wir hofften zwar bis zuletzt, dass die Flüge doch noch gehen würden - wurden aber leider enttäuscht. Die Lethargie des Lockdowns ließen auch unsere Planungen erst einmal stillstehen.


Als der erste Lockdown vorbei war und eine realistische Chance bestand, dass wir dieses Jahr noch hinfliegen könnten, einigten wir uns auf Ende September.

Es taten sich einige Baustellen auf. Wir waren nur noch 10 Teilnehmer. Wir mussten uns von Volumen und Gewicht der Team- und persönlichen Ausrüstung durch den Transporter, der auf dem Landweg nach Kefalonia fuhr, eingrenzen. Der Cavebase-Explorer nimmt ja gerne mehr Ausrüstung mit, um alle auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein 😉.

Es gab widersprüchliche Aussagen zur Höhe des Schachtes. Makis redete von 80m freiem Abseilen. Karten und Zeichnungen der letzten großen Exploration im Jahre 1990 durch eine Schweizer Gruppe hatten aber nur 50m vermerkt. Wir hofften natürlich weitere Zugänge zum Höhlensystem beziehungsweise längere Tunnels zu finden. Wir wollten für eine Tiefe bis 100m und eine Penetrationstiefe von mehreren Kilometern vorbereitet sein.

 

Ca. einen Monat vor Beginn des Projektes haben einige von uns den zweiten Workshop bei Funis besucht. Wir haben viel trainiert und diskutiert und kamen schlussendlich zu dem Ergebnis, dass sowohl unser Transport als auch der Materialtransport aufgrund der örtlichen Gegebenheiten ohne elektrische Hilfsmittel gestemmt werden musste.

Waren wir gut genug vorbereitet auf ein Abseilen und Materialtransport in einen tiefen Schacht?  Diese Kombination gab es bisher bei der Cavebase noch nicht; wir waren gespannt, ob wir das leisten können.

 

Dann ging es sehr schnell. Olli legte eine Tabelle an, wer was mitnehmen „durfte“ und sollte, telefonierte mit jedem und rechnete jedes Kilo aus. Stages mit den tiefen spezifischen Gasen, inkl. Rigging und Atemregler, JJ-Rebreather, SF2-Rebreather, Liberty-Sidemountrebreather, zusätzliche Ersatztanks, Nass- & Trockenanzüge inkl. Ersatzanzüge, Unterzieher & Schlatze, Ersatzkalk, unsere sieben Scooter, Lampen, Tauchwerkzeug, Helme, SRT Ausrüstung, zusätzliche Atemregler, Flossen, Ladegeräte, Schleifsäcke als Transportbehälter an der Höhle und Sidemountequipment. Allgemeine Ausrüstung, wie Seile, Material zum sicheren Aufbau und Betreiben der Materialabseilstelle, medizinische Ausrüstung, Rettungsausrüstung, Über- und Unterwasser Vermessungstools, Kamera- und Videoausrüstung. Diese Ausrüstung, eines über ganz Deutschland verteilten Teams, in einen Transporter zu bringen ist nicht ganz einfach. Wir nutzten daher unser Cavebase & Friends Treffen an der Grube Felicitas um die Ausrüstung zu wiegen (Danke Wolfgang!) und zu packen.

Wir legten außerdem gemeinsam Verantwortlichkeiten für verschiedene Themen fest. So war jeder im Projekt eingebunden, denn Cavebaseprojekte sind so ausgelegt, dass sie nur im Team zu bewältigen sind. Alles passte am Ende der Vorbereitung so gut, dass es uns am Projekt an nichts mangeln würde.


Als ob die Projektsituation nicht schon schwer genug für uns war, wurden ein paar Wochen vor Abflug alle Berlin-Flüge ohne Angabe von Gründen gestrichen und einige mussten schnell umbuchen. Somit sollten alle, etwas später als geplant, von Frankfurt Hahn abfliegen.

Die Unterkünfte wurden gebucht- Fleißarbeit von Heinke, die wegen eines Sturms in Helgoland fest lag, die Autos reserviert, gepackt, wieder aussortiert, gewogen, entschieden, was mit ins Flugzeug mitgenommen werden musste, da unser Transporter erst zwei Tage später unten sein würde.

 

Eine Woche vor Projektbeginn spielte das Wetter auch noch verrückt. Ein Sturm, der Medicane, oder Zyklon, wie ihn die Griechen nannten, fegte eine Woche vor Projektbeginn über die Insel und legte einiges an Infrastruktur lahm. Unsere Unterkunft war glücklicherweise nicht in Mitleidenschaft gezogen.

 

Steffen B. und Marc fuhren mit dem Transporter und dem größten Teil des Materials Richtung Venedig los, um dort auf die Fähre Richtung Griechenland einzuschiffen. In Griechenland angekommen mussten sie noch zu einem anderen Hafen weiterfahren - es war eher ein Fliegen über die Straßen, so dass sie die letzte Fähre nach Kefalonia erreichten und mit dem Rest des Teams am Sonntagabend zusammen treffen konnten.

 

Der Rest des Projektteams flog mit der letzten verbliebenen Airline von Frankfurt-Hahn am 25.09.2020 entspannt nach Kefalonia. Im Fluggepäck hatten wir ja die Ausrüstung, um bereits mit den Vorbereitungen an der „AGIA ELÉOUSSA“ beginnen zu können. Seile, Helme, SRT-Gurtzeug, zwei Sätze Sidemount-Ausrüstung und Material, um die Abseilstellen einrichten zu können. Leider war die Security über unsere guten Steinbohrer im Handgepäck nicht so erfreut. Wir mussten sie entsorgen, aber zum Glück hatten wir noch andere im aufgegebenen Gepäck dabei.

 

Am Flughafen in Kefalonia holten wir nur noch unsere Mietautos ab und konnten direkt zur Unterkunft fahren. Dort sahen wir was der Medicane angerichtet hatte. Die weit aufgerissenen Augen des Personals der Autovermietung sagten schon fast alles, als die hörten wohin wir fahren wollten. Die Menschen in Agia Effimia waren immer noch dabei den Schlamm aus den Wohnungen zu kehren. Im Hafen sah man nur noch die Masten der untergegangenen Schiffe. Viele Geschäfte waren zu und die Straßen teilweise nicht befahrbar, die Brücken eingerissen.

 

Unsere Unterkunft war glücklicherweise nicht in Mitleidenschaft gezogen; sie war einfach aber sauber. Wir hatten drei große Appartements, die auf eine riesengroße Terrasse führten; mit einem wunderschönen Blick über das Meer und genügend Platz für unsere Ausrüstung

Noch am Ankunftstag meldeten wir uns bei Makis, der uns zur Höhle führte, damit wir uns schon einmal einen ersten Eindruck machen konnten. Er hatte nicht viel Zeit, da er beim Bergen der vielen Boote im Hafen half und so ließ er uns alleine mit dem tiefen und beeindruckenden Loch. Wir machten schon erste Pläne, wo wir die Abseilstelle und den Materialtransport incl. Rettungstransport einrichten wollten.

 

Die Supermärkte waren noch offen, so dass wir noch alles einkaufen konnten um den Tag mit vielen Plänen für die nächsten Tage mit einem leckeren Abendessen ausklingen zu lassen.

 

Der nächste Tag stand im Zeichen des Schachteinbaus. Olli Schöll hatte im Team die meiste Erfahrung und übernahm diese Aufgabe. Am Nachmittag stand der Einbau und beide Ollis konnten mit dem Scouting beginnen. Wir wollten prüfen, ob das große Besteck an der Agia Eléoussa überhaupt zum Einsatz kommen würde.

Nachdem man sich die ca. 60m den Schacht nach unten abgeseilt hat, seht man auf einem Hügel, auf dem sehr viel Müll herum liegt. Die Einheimischen nutzen die Löcher im Boden um einiges loszuwerden – leider. Vom Hügel aus kann man rechts und links einen Wasserpool sehen  – die Eingänge zum Nord- und Südsiphon. Wir seilten alles Nötige ab, was die beiden brauchten um erst einmal OC-Sidemount den Südsiphon zu erkunden. Steffen K. half ihnen von der Oberfläche aus.

 

Nachdem am Vortag erste Erkenntnisse zum Südsiphon während des Tauchgangs von Olli S. und Olli O. gewonnen wurden, wollten Steffen K. und Olli O. ausgestattet mit ihrem Liberty Sidemount-Rebreathern in aller Ruhe nach weiteren möglichen Fortsetzungen in Richtung Inselinneres suchen. Am Vortag hatten sie einige vielversprechende Stellen gefunden.

Zuerst suchten sie in Spalten und Nischen im tiefen Teil auf ca. 25m auf der westlichen Seite des Ganges. Danach überprüften sie den Jump, der rechts der Hauptleine Richtung Südwest abging.

Leider konnten sie bis dahin keine Fortsetzungen in den Felsspalten finden.

Am T-Stück der Hauptleine tauchten sie erstmal auf. So konnte Steffen K. die große Halle in Ruhe anschauen und sich von den begeisterten Erzählungen überzeugen.

Nun folgten sie vom T-Stück der Hauptleine der am Tage zuvor verlegten Leine Richtung Südwestecke der Versturzhalde. Am Leinenende angekommen wartete Steffen K. während Olli O. sein Spool nahm und es am Leineende befestigte. Es sah, nach einer möglichen Fortsetzung aus. Wie hoch ist die Chance hier eine Fortsetzung zu finden und vielleicht Neuland zu machen? Macht der enge Gang wieder auf und wird wieder mehr Platz bieten? Ist vielleicht nach ein paar Metern wieder Schluss und der sehr schmale Gang hört abrupt auf? Kann man gefahrlos ohne hängen zu bleiben, den Gang wieder rückwärts tauchen? Wie fest war das Gestein durch die regelmäßigen Erdbeben in der Region? Makis hatte uns zur Vorsicht ermahnt, vor allem nach der Naturgewalt des Medicane. Die Zerstörung konnten wir jeden Tag auf der Insel sehen.

Die Spalte wurde mit jedem Meter immer enger. Nach ca. 15m war die Spalte so eng, dass Olli O. nicht weiterkam. Er versuchte noch kleinere Steine beiseite zu schaffen. Dabei wurde die Sicht so schlecht, dass er in eine NoVis Situation kam. Nach einigen Minuten klarte es zwar ausreichend auf und er konnte sich wieder ein paar Meter vorarbeiten, aber mittlerweile war die Spalte so eng, das über ein Weiterkommen nicht zu denken war. Olli O warf einen letzten Blick in die Tiefe des engen Ganges; es sah so aus, dass der Gang nach einigen Metern weiter auf machte; aber unerreichbar für uns in der jetzigen Situation und den aktuellen Bedingungen.

 

Langsam und mit letzten Blicken genossen die beiden die Schönheit der Agia Eléoussa mit ihren unzähligen unfassbar grossen Tropfsteinen bis sie wieder am Pool des tiefen Schachtes auftauchten. Etwas enttäuscht schauten Steffen K. und Olli O. sich an, da es das Ende der weiteren Exploration im Südsiphon der Agia Eléoussa bedeutete. Vielleicht bringen ja die anderen Teams bessere Neuigkeiten vom Nordsiphon mit…

 

Der Nordsiphon ist an der Abtauchstelle deutlich leichter zugänglich und größer als der Südsiphon. Heißt ein größerer Gang auch gleich größere Höhle?

 

Mit EAN32 im Loop ging es los. Oli Schöll bewaffnet mit der Filmkamera, vorweg Mats und Schüssi mit dem Reel und dem Explorer-Gesicht. Steffen B. hinterher, so unser Plan. Steffen B. sollte sich um den Kameramann kümmern, der manchmal so fokussiert auf seine Aufnahmen war und auf sich selbst nicht mehr aufpassen konnte. Der Untergrund, über den sie laufen mussten, ließ sie 30-40cm im Lehm versinken. Nun, bereits vor dem Betreten des Wassers war keine Leine zu sehen, also hatten sie gleich zu Beginn die Leine außerhalb des Wassers befestigt. Sie tauchten ab und konnten im Cavernbereich ebenfalls keine Leine finden. Sie hofften weiter auf das große Neuland, blieben ganz entspannt, hatten sie ja noch 2 weitere Explorer-Reels dabei. Die vier wussten nicht wohin die Reise noch geht und die Erwartungen waren groß.

Die ersten Tie-Offs waren durch Mats und Schüssi schnell gesetzt, richtig professionell und heimlich geübt sah das aus. Beim Abtauchen in die Höhle sah Steffen B. plötzlich auf der anderen Seite des Ganges, die vorhandene Mainline. Sie knüpften dort an. Den Verlauf der Mainline Richtung Oberfläche wollten sie erst auf dem Rückweg checken.

Der Gang wird schmaler, dafür höher, die ersten Stalaktiten ragten von der Decke. Der Boden war mit sehr feinem, lehmigem Sediment bedeckt. Diese Schicht lässt an Schnee erinnern. Eine idyllische Winterlandschaft mit 30cm Schnee auf Felsen und Dächern. Hier nur hell-braun lehmig aber wahnsinnig gefährlich. Kommt eine Flosse zu nahe, explodiert der "braune Schnee" verzaubert seinen Einfallsbereich zu einem Nullsichtbereich.  Zwischendurch ragten massive Stalagmiten empor, teils verbunden mit kräftigen von der Decke hängenden Stalaktiten, umsäht von unzähligen kleinen und feinen weiteren Tropfsteinen. Die Ausmaße der Tropfsteine reichten von feinen im 0,5cm im Durchmesser mit 10 - 20cm Länge bis hin zu massiven zwei Meter dicken Stalagnat, die wohl hunderttausende Jahre gewachsen sind.

Der erste Tauchgang war gepaart von Bewunderung über die prachtvollen Tropfsteine, der gepuderten Welt sowie Neugierde wohin uns die Leine führt. Sie führte uns durch eine S-Kurve und die Anzahl der großen Tropfsteine wurden immer größer. Wir kamen in eine 40m lange, 30m breite und 20m hohe Halle, die auf der rechten Seite mehrere Verstürze hat. Anschließend gelangt man in eine flache, nur noch 5m hohe, mit unzähligen Stalagmiten und Stalaktiten bestückte runde Kammer. Wie auf einem Silbertablett präsentieren sich hunderte Tropfsteine. Recht mittig, an einem Stalagmit ist die Leine befestigt. Als Steffen B. den Punkt erreichte blickte er in die traurigen Augen von Mats und Schüssi; sie hatten das Ende erreicht. Hier ging es nicht mehr weiter, oder? Olli S. war damit beschäftigt die Eindrücke auf Film festzuhalten, so suchte der Rest verzweifelt nach einem Fortgang, immer vorsichtig, um ja keinen Tropfstein abzubrechen, die teils sehr „ungünstig“ gewachsen sind. Wir suchten den Raum ab und mussten feststellen: Das hat seinen Grund, warum die Leine nicht weiter geht. Wir konnten leider keine Fortsetzung finden.

Nachdem wir den Raum noch einmal gemeinsam ausgeleuchtet, bestaunt und auf uns wirken haben lassen, machten wir uns auf den Rückweg. Da hinaus die rechte Seite einer Wand gleicht, auch wenn teils einer wunderschönen fetten Kalkschicht überzogen, konzentrierten wir uns auf die linke Seite und die vielen Verstürze. Viele große Blöcke sind von der Decke gefallen, und haben die daran befindlichen Stalaktiten platt gemacht. Manche Felsbrocken hatten deutlich weniger bis gar kein Sediment auf ihren Oberflächen. Wir drangen in so manch engen Gang ein, mussten jedes Mal bei Nullsicht rückwärts wieder raus. Wir konnten keinen Erfolg in der Suche nach einer Fortführung vermelden. In einem weiteren Seitenarm deutete sich eine Fortsetzung durch die Decke an. Leider wurde diese so eng, dass wir aufgeben mussten, ohne das Ende des Schachtes erkennen zu können. Wir nutzen auf dem Rückweg die Möglichkeit in der S-Kurve zwei kleine Spalten zu begutachten welche uns bereits auf dem Weg hinein aufgefallen waren. Wie sich herausstellte konnte man sich dort zwischen den Tropfsteinen durchschlängeln, um die S-Kurve abzukürzen, aber nicht einen anderen Gang zu finden.

Interessant war jedoch, am Ende der S-Kurve, sowie auf den folgenden 5m, an denen der Gang wieder richtig breit wird und Richtung Ausgang führt, entdeckten wir in Bodennähe ein Flimmern…

 

Da wir in Brackwasser tauchten, ist davon auszugehen, dass dort Süßwasser austritt. Heinke und Steffen B. untersuchten am nächsten Tag den Grund genauer und konnten mehrere Austrittslöcher feststellen. Der ganze Bereich enthält ca. 20 Löcher, teils ist das am Boden befindliche Sediment richtig darin abgesackt, es sah teils sehr frisch mit "rauen" Abbruchkanten aus. Möglicherweise eine Folge des starken Regens die Woche zuvor? Durch den Aufwendigen Zugang zu dieser Höhle sind bisher nur wenige Taucher in der Höhle gewesen. Wir konnten leider nicht ermitteln ob andere Taucher zuvor die gleiche Beobachtung machen konnten. Manche dieser Löcher aus denen Wasser dringt sind nur 10-20cm im Durchmesser, andere sind 50 - 120cm. Traurig mussten wir feststellen, dass auch in den größeren definitiv kein Fortkommen möglich ist.

Wir beschlossen keine weiteren Tauchgänge im Nordsiphon vorzunehmen. Für den Südsiphon kamen wir auf das gleichen Ergebnis. Auch dort definitiv keine Fortsetzung. So räumten wir unser Lager und zogen weiter, um uns andere Höhlen anzusehen.

 

Auf der Ostseite der Insel befindet sich in 30m Wassertiefe, ca. 60m entfernt vom Ufer der Eingang zu einer Höhle welche im Frühjahr upstream und in der übrigen Zeit, v.a. im Herbst downstream verläuft. Zu den starken upstream Tagen würde das Wasser von 30m Tiefe aus der Höhle herausschießen und und an der Meeresoberfläche deutlich zu erkennen sein.

Der viele Regen die Woche zuvor gab uns Hoffnung, dass die Richtung in dieser Jahreszeit evtl. anders verläuft. Auch wenn wir uns nicht die große Chance erhofften, so wollten wir es zumindest einmal versuchen. Unsere Recherchen vorab ergaben, dass die Höhle tief nach unten geht. Auf Grund dessen waren dort bisher nur sehr wenige Taucher. Wir hörten von einem, der an einem dicken Seil befestigt in die Höhle bis auf 90m tauchte und von seinen Kameraden wieder herausgezogen werden musste. Wir waren gespannt auf unser Scouting, bei dem wir keinerlei Risiko eingehen wollten. Es ging erstmal darum den Eingang zu finden und die Strömung zu checken. Sofern es die Bedingungen erlaubten, hätten wir vor Ort entschieden ob wir mal ein „Guggerle“ wagen. Wir ließen uns von Makis eine Beschreibung geben. Anfangs wussten wir nicht, ob die Beschreibung genau genug ist: "... geradeaus, bis ihr zwei Steine seht. Also dort liegen viele Steine, aber an den zweien die ich meine, müsst ihr nach rechts... Ihr erkennt sie schon."

So sollte es auch kommen. Wir parkten die Autos direkt an der Küstenstraße, die Sonne prallte auf den heißen Asphalt. Schatten suchte man vergebens.

Wir installierten zwei Seile als Geländer, da der Weg zum Ufer über eine schräge Felsplatte führte, die mit Sand und Geröll bedeckt war. Das Team half und trug 2 Bailout-Stages mit 18/45 sowie zwei Scooter zum Wasser während Olli O. und Steffen B. die RBs fertig machten und sich in die Anzüge quälten.

Im Wasser angekommen, die Predive-Sequenz samt Safety-Check vollendet, tauchten sie ab und waren gespannt was sie erwartet. Sie erkannten die beiden Steine sofort und bogen ab, dem Grund folgend bis auf 30m Tiefe. Der Grund verläuft trichterförmig auf die Höhle zu; und bereits bevor sie das Loch sahen, wussten sie es handelt sich um einen Volltreffer. Langsam wagten sie sich in das Loch am Meeresgrund, welches einen Durchmesser von ca. 8m hatte, aber nach unten kleiner wurde. Sie behielten ihre Hand vorsorglich am Trigger des Scooters, denn sie bemerkten wie die Strömung sie nach unten sog. Vorsichtig tasteten sie sich bis auf den Grund des Loches vor und konnten in die Höhle blicken. Vom senkrechten Loch knickte die Höhle um 80° Richtung Insel ab. Um sich einen Eindruck verschaffen, ließen sie Sand aus ihren Händen rieseln und verfolgten wie die Sandkörner und v.a. kleine Schwebteilchen in das dunkle Loch gezogen wurden.

Nach einem kurzen Blick war klar, dass sie in das Loch nicht tauchen werden. Aber man kann ja mal näher heran. Sie keilten sich zwischen felsiger Höhlendecke und sandigem Grund ein, und spürten die Turbinenwirkung der Engstelle deutlich. Es war klar, dass man gegen diese Strömung nicht anschwimmen konnte. Für so einen Tauchgang benötigt man mehr Vorbereitung und Risikoabschätzung. Nach ein paar Runden im "Höhlen- Höllenpool" mit dem Scooter nach oben schraubend war deutlich zu spüren, wann man aus dem Sog der Höhle heraus war. Peilung Richtung Ufer düsten sie zurück. Auf den letzten 150m versagte Ollis Scooter; was für ein Glück, dass das nicht in der Höhle passierte! Die langsamere Geschwindigkeit auf dem Rückweg sorgte dafür, die Deko "on-the-walk" abgeschwommen werden konnte, wo sie das Team bereits erwartete und aus dem Wasser half.

 

Das Foto- und Videoteam der Cavebase hat sich, auch in diesem Jahr, das Ziel gesetzt möglichst gute Bilder unter, wie auch über Wasser zu machen. Die Besonderheit bei diesem Projekt war, schöne Aufnahmen des Abseilens in der ersten Höhle zu machen. Wir hatten hierfür 2 GoPro’s sowie 3 Systemkameras zur Verfügung. Um möglichst nah am Geschehen (aus Sicht des Zuschauers) zu sein, entschlossen wir uns zum Beispiel dazu, eine GoPro auf das Bein eines Kletterers zu befestigen und diese zusätzlich am Schnürsenkel zu sichern. Die andere GoPro befestigten wir auf dem Helm. Dies ergibt einen tollen Einblick und bringt den Zuschauer mitten ins Geschehen. Mit den Systemkameras machten wir verschiedene Aufnahmen während des Einbaus des Schachtes, sowie während des Abseilens. Mit den Drohnen konnten wir an dieser Stelle leider nicht viel filmen, da der Eingang zur Höhle stark mit Bäumen und Sträuchern zugewachsen war. Für die Unterwasseraufnahmen standen uns 3 Kameras, zwei GoPros und eine Paralenz zur Verfügung.

Bei dem ersten Tauchgang lernten wir die Höhle kennen und machten einige Probeaufnahmen. Im Anschluss haben wir diese kritisch betrachtet und über Verbesserungen diskutiert. Mit einem guten Plan für den zweiten Tauchgang und einigen Zeichnungen wurden die ´´Models´´ gebrieft und einige Trockenübungen durchgeführt. Unterwasser muss schließlich alles stimmen- an dieser Stelle vielen Dank für die Geduld. Unterwasser wurden das Besprochene umgesetzt und es gelangen uns einige tolle Aufnahmen. 

Für den nächsten Tag waren Scooter-Aufnahmen geplant. Dies entpuppte sich als eine knifflige Aufgabe, da alle Taucher scootern und man dies bestmöglich filmen und fotografieren wollte.

Wir wollten anfangs vor der Höhle in V-Formation, dicht unter der Wasseroberfläche scootern und den Weg zum Eingang der Höhle sowie das Abtauchen mithilfe einer Drohne filmen. Also begannen wir mit Trockenübungen sowie das Stellen der Formation. Hier klappte alles sehr vorbildlich. Guter Dinge stiegen wir ins Wasser um das Besprochene in die Realität umzusetzen, dabei entstanden die ersten Probleme.

Einige wussten nicht mehr an welcher Position sie in der Formation gehörten und die V-Formation sah nach einiger Zeit nicht mehr nach einem V aus. Wir wären wirklich schlechte Zugvögel aber wir sind ja auch fürs Wasser gemacht ;)

An einer Stelle in der Höhle fuhren wir im Kreis, damit wir an einer bestimmten Stelle der Höhle gute Filmaufnahmen machen konnten. Nur machte es den Anschein als wüsste keiner mehr, wie oft noch im Kreis gefahren werden musste, also hörte keiner wirklich auf. Es hatte den Anschein von einem außer Kontrolle geratenem Karussell. Jedenfalls kam bei diesem Tauchgang der Spaß nicht zu kurz. Letztendlich ist das Foto/Videoteam noch mehr zusammengewachsen, hat einiges dazu gelernt und hofft, in der Zukunft daran anzuknüpfen.

 

Und was haben wir noch alles gemacht? Uns die Insel angeschaut, zwei kleinere Höhlen angeschaut, viel Eis (einer besonders viel) gegessen; zusammen gekocht und gebacken, schöne Abende mit viel Ouzo gehabt, ein großes Essen in einem einheimischen Restaurant im Inneren der Insel genossen. Viele Gespräche gehabt, die Ausrüstung optimiert und und und….

 

Am Freitagabend machten sich Marc und Steffen B. mit dem Transporter auf dem Weg und die anderen flogen am Samstag mit vielen Eindrücken von Erlebten zurück. In Frankfurt-Hahn trennten sich unsere Wege. Aline, Matz und Heinke fuhren in den Norden, Schüssi, Olli O. und Olli S. nach Mittel- und Süddeutschland.

 

Fazit: Kefalonia war nicht nur planerisch das bisher komplexeste Projekt der Cavebase Geschichte. Das Projekt hat uns als Cavebase nochmal ein ganzes Stück weitergebracht und unsere Fähigkeiten, auch diese Art von Höhlen zu betauchen, erweitert. Kefalonia wird uns oder zumindest den ein oder anderen von uns, wiedersehen.

 

In diesem Sinne

Eure Cavebase

 

Video

 

 

 

 

 

Informationen zur Source du Castor

Die Gorges de l‘Ardèche

Im Südosten von Frankreich und in der Region Auvergne-Rhône-Alpes entspringt im Naturpark Mont d‘Ardèche der Fluss Ardèche. Auf seinem Weg zur Mündung in einen Seitenarm der Rhône bahnt sich die Ardèche seinen spektakulären Weg durch die Gorges (dt.: Schluchten) de l’Ardèche. Dieses Gebiet ist bekannt für seine Landschaft und die vielen Höhlen und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wassersportler (Kanu, Kajak, …) und Wanderer, die vom Pont d’Arc im Nordwesten bis ca. 30km weiter flussabwärts in Saint-Martin-d’Ardèche) die Natur und Aussicht genießen.

Die Gorges de l’Ardèche ist mit seiner einzigartigen Fauna und Flora seit November 2018 ein nationales Naturreservat mit einer Fläche von ca. 2000 ha. Auf dieser Fläche stehen zum einen der Naturschutz zum anderen aber auch das Sensibilisieren und Erleben der Natur im Vordergrund. Deswegen unterliegt das ganze Gebiet strengen Regeln, die eine friedliche Koexistenz der Natur und der Besucher ermöglichen sollen. Die Verantwortlichen des Gebiets wollen dabei nicht mit strengen Verboten das Reservat für Besucher unzugänglich machen, sondern vielmehr durch Vorgaben und Regeln die Natur erlebbar machen, ohne diese zu stark zu belasten. Gleichzeitig findet immer noch die Erforschung des Reservats statt. So sind Drohnen im kompletten Naturschutzgebiet ohne Genehmigung untersagt. Hierbei geht es nicht alleine, um die Vermeidung von Lärm, sondern vor allem, um den Schutz der dort beheimateten Raubvögel.

Ziel der diesjährigen Expedition war die Source du Castor, welche ausgehend von Pont d’Arc flussabwärts auf der rechten Seite in der Nähe der bekannten Felsformation „cathédrale“ befindet.

Wenn man in der Gorges de l’Ardèche Höhlen besichtigen / erkunden oder gar explorieren will, muss diese Unternehmung mit den Verantwortlichen des Naturreservats abstimmen und genehmigt werden. Vor allem bei Explorationen, sollten diese bis zum 31. Januar des geplanten Jahres, eingereicht werden. Gleichzeitig müssen die Ergebnisse aus den Erforschungen mit den verantwortlichen Behörden geteilt werden.

In der Vorbereitung von unserem Projekt haben wir diese Genehmigung beantragt und uns mit den Verantwortlichen abgestimmt. Diese standen unserem Projekt aufgeschlossen gegenüber, allerdings muss man alle Informationen zum Projekt (Ziel, geplant Tauchgänge, Anzahl Taucher usw.) zusammenschreiben. Nachdem wir alle Informationen zum Ablauf zur Verfügung gestellt hatten, wurde unser Projekt für 2019 genehmigt. Zusätzlich wurden wir gebeten neben unserer Suche nach einer Fortsetzung auch im vorderen Bereich noch ein wenig zu dokumentieren. Während des Projekts haben uns die Verantwortlichen auch besucht, um uns kennenzulernen und haben uns Einblicke in ihre Arbeit gegeben. Im Laufe des Besuchs hat sich gezeigt, dass es den Verantwortlichen, um ein Miteinander geht und nicht das oberste Ziel ist, jegliche Aktivitäten zu verbieten.

 

Die Höhle Source du Castor

Die Source du Castor ist eine Unterwasserhöhle deren Eingang am Ufer des Flusses Ardèche liegt. Die Höhle kann über zwei schmale Öffnungen betaucht werden. Teile des Eingangs liegen permanent unter der Wasseroberfläche, so dass die Höhle nicht trocken betretbar ist.

 

Historie Höhlenexploration (Quelle: www.plongeesout.com)

  • Wann die Höhle entdeckt wurde ist nicht bekannt. Erste Erkundungen wurden durch den G.E.P.S sowie lokale Taucher durchgeführt.
  • 1979 hat der S.C. Paris begleitet durch F. LE GUEN die Höhle auf eine Länge von 430m und einer Tiefe von 50m erforscht.
  • 1981 hatte die Schweizer Tauchgruppe G.L.P.S. den tiefsten Punkt der Höhle auf 68m erreicht und die Höhle bis auf 640m erforscht.
  • 2005 Fred Badier & Xavier Meniscus finden eine Fortführung und Xavier Meniscus erweitert bis 2008 kontinuierlich den Höhlenverlauf auf 800m. Dort endet die Höhle in der Salle Chaotique, wo man auftauchen muss:
    • Explorationsvideo von Xavier Méniscus (2008): 
       
    • Virtuelle Tauchgang von Frank Vasseur: 
       

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Organisation komplexer Tauchprojekte mit ungewisser Planungssicherheit

Des Öfteren werden wir gefragt, wie wir solche aufwendigen und komplexen Tauchgangsprojekte durchführen. Wie sich sicherlich jeder denken kann, ist dabei das A und O eine akribische Vorbereitung. Recherche zum Explorationsprojekt, ideale Projektzeit wegen Witterungsbedingungen, Sicherheitskonzept, Übernachtung und alles was dazu gehört. Und natürlich wie soll es anders sein, der perfekt durchdachte Plan. Abfahrtszeit, Ankunft, Transport, Vorbereitung, Push-TG, Videodokumentation usw. Bereits bevor wir losfahren gibt es hierzu einen Plan bzw. haben wir eine grobe Vorstellung, wann was stattfinden soll.

 

 

Allerdings hat sich im Laufe der Jahre gezeigt, dass wir es selten schaffen den perfekten Plan umzusetzen, so wie wir uns das im Vorfeld überlegt haben. Mal dauert der Transport länger oder die Seilbahn will nicht so schnell wie wir usw. Dass Änderungen im Plan nicht zum kompletten Chaos führen, sind wir deswegen über gegangen unsere Pläne für die Explorationsprojekte nicht mehr bis ins letzte Detail durchzuplanen. So hat sich bei uns in den letzten Projekten folgendes Arbeitsmodell etabliert.

  • Es werden Ziele (Materialtransport, Depots anlegen, Fotos und Videos, Leine flicken, …) definiert die es im Laufe des Projektes zu erreichen gilt.
  • Um eine ungefähre Marschrichtung zu haben, sind die Ziele an Tage geknüpft, wann sie erreicht sein sollen.
  • Neben den Zielen gibt es kleinere Teams, die einzelne Ziele verfolgen. So haben sich bei uns die Teams Support, Video/Foto, Dokumentation/Vermessung sowie Push herauskristallisiert.
  • Jeder Teilnehmer wird einem Team zugeordnet, in welchem er vorrangig mithilft.
  • Wird in einem Team Unterstützung benötigt, wechseln einzelne Teilnehmer für eine kurze Zeit das Team, um sicherzustellen, dass das gesetzte Ziel erreicht wird.
  • An jedem Vorabend sitzen die Teams zusammen und planen den Folgetag für sich. Hierbei werden der Projektverlauf bzw. die Zielerreichung des vergangenen Tages berücksichtigt und die Ziele ggfs. angepasst.
  • Im Anschluss trifft sich die komplette Explorationsmannschaft und geht die Pläne für den Folgetag der einzelnen Teams durch und stimmt diese aufeinander ab. Hieraus resultiert die Tauchgangsplanung für den Folgetag und berücksichtigt dabei die Länge der Tauchgänge und z.B. die Wünsche vom Videoteam, um fehlende Aufnahmen noch machen zu können, in einer bestimmten Reihenfolge tauchen wollen.
  • Am Tag selbst findet nach dem Frühstück nochmal ein kurzes Briefing statt, bei welchem der Tagesplan nochmal durchgesprochen und bestätigt wird.
  • Am Tauchplatz haben wir einen Verantwortlichen für die Koordination der Taucher. Zum einen dokumentiert dieser Ab- und Auftauchzeiten. Zum anderen hat er den Überblick über alle Taucher und kann, falls es wegen unvorhersehbaren Ereignissen nötig ist, in Abstimmung mit den Tauchteams, die Reihenfolge der Tauchgänge anpasst.

 

Für uns hat sich diese dynamische Planung (mit Zielen/Meilensteinen im Hintergrund) bewährt. Zum einen können wir schnell auf Unwägbarkeiten reagieren und zum anderen verlieren wir nie das große Ganze aus den Augen und schaffen es gleichzeitig viele Taucher ins Wasser zu kriegen, so dass jeder zu seinem Spaß kommt.

 

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Bericht des Foto / Doku Team

Natürlich sollten auch bei diesem Projekt wieder Bilder und Videosequenzen entstehen und neben der eigentlichen Push-Dives noch weitere Bereiche der Höhle nach möglichen Abzweigungen abgesucht werden. Hierfür waren unsere Support- und Video-/Fototeams zuständig. Schon beim Materialtransport wurde mit Videoaufnahmen gestartet und erste Eindrücke festzuhalten.

 

 

Der erste Tauchgang in der Castor gebührte dem Videoteam, bestehend aus Tom, Marcel und Mats. Da wir letztes Jahr feststellen mussten, dass die Sicht in der Castor bei vielen Tauchern sehr schnell eintrübt, sollte die gute Sicht beim ersten Tauchgang genutzt werden, um Videosequenzen und Bilder vom Supportteam beim Anlegen der Depots zu erstellen und erste Weitwinkelaufnahmen der Höhle zu produzieren. So tauchte das Videoteam ein paar Minuten vor dem Support ab und platzierte sich in der Höhle. Bereits beim ersten Abtauchen empfing sie die Höhle mit traumhaften Sichtweiten und idealen Bedingungen, um Bilder zu schießen. So legten die 3 Taucher direkt los und filmten und knipsten was das Zeug hält. Kurz darauf kam dann auch das Supportteam bestehend aus Ben und Guy mit den Scootern und jeder mit einem „Anker“ von Stageflaschen vorbeigefahren. Nachdem die ersten Aufnahmen des Supportteams erledigt waren ging das Foto Team ein wenig tiefer in die Höhle und hatte auch hier beste Bedingungen. Bis zu einer Tauchtiefe von etwa 45m wurden an diesem Tag Bilder geschossen und kleine Videosequenzen gedreht. Nach dem Tauchgang waren alle ganz gespannt was sie auf ihren Speicherkarten so alles finden würden. Die ersten Bilder sahen hierbei sehr vielversprechend aus. Wie befürchtet musste das Team im Laufe des Tages feststellen, dass die Höhle aufgrund von viel Lehm immer mehr eintrübte und die klasse Sicht, welche zu Beginn vorhanden war, langsam schwand. Hätte das Team geahnt, dass die Sicht so stark eintrübt, wäre der erste Fototauchgang sicher noch sehr viel länger geworden.

 

 

An Tag 2 wollten Tom und Heinke am Morgen einen weiteren Fototauchgang machen. Leider hat Toms JJ etwas gestreikt, sodass kurzfristig die Pläne geändert wurden, und Heinke zusammen mit Mats und Marcel im Bereich von 300 bis 400 Meter nach möglichen Abzweigungen gesucht hat. In diesem Bereich gibt es Hallen die bis zu 25m hoch sind und spitz in verschiedene Ecken zulaufen. Für das Team war es sehr beeindruckend hier von 45m einen Aufstieg auf etwa 20m in der Vertikalen durchzuführen, ohne sich die Köpfe an der Höhlendecke anzuschlagen. Leider wurde hier jedoch kein weiterer Gangverlauf entdeckt, jedoch einige imposanten Stellen der Höhle betaucht.

 

 

Am dritten Tauchtag sollte es das Team, bestehend aus Marcel & Mats, zum ersten Mal hinter den Knick auf 70m führen. Der Plan bestand darin, einige Stageflaschen zum Ende von Sump 1 zu bringen und an der Engstelle bei etwa 680m einen Teil der Leine neu zu verlegen, da die Pushtaucher hier über lose Leine klagten. So machten sich die 2 Taucher bewaffnet mit Backup-Gas und Stages für die Pushtaucher auf den Weg nach „hinten“. Bis zur Engstelle sollte es jedoch ein paar Minuten dauern. Die Leinensituation im hinteren Bereich ist nicht gerade übersichtlich und so tauchten die 2 Jungs erst einmal einen kleinen Loop bevor sie die richtige Abzweigung nahmen. An der Engstelle starteten sie mit dem Verlegen der Leine. Als die Arbeit erledigt war signalisierte Mats, dass er sich etwas sorgen um seine Ohren machte und lieber nicht weiter auftauchen wollte. Daher beschloss das Team die Stages für die Pushtaucher an der Engstelle abzulegen und den Rückweg anzutreten. Auf ihrem Rückweg merkten die 2 Taucher erst einmal wie viele verschiedene Leinen im hinteren Bereich gespannt sind und nahmen sich hierbei vor, dieser Problematik bei einem weiteren Tauchgang entgegen zu wirken.

Am folgenden Tag ließen Mats und Marcel nun Taten folgen. Bewaffnet mit einer Hand voll Cookies, Arrows und Reels machten sie sich wieder auf den Weg nach hinten. An jeder unübersichtlichen Stelle wurden entsprechend Arrows verlegt und der Abzweig zur Schweizer Glocke wurde mit einem Cookie markiert. Anschließend machte sich das Team auf sicheren Wegen wieder zurück. Beim Abstieg zur 70m-Stelle wurde das Team dann noch vom Pushteam Max, Olli und Steffen überholt, welche mit einer anderen Geschwindigkeit den Abstieg meisterten. Auf dem Rückweg wurden dann bereits die ersten Depots abgebaut und einige Flaschen mit nach draußen genommen.

 

 

Parallel zu diesen Arbeiten hat sich das Fototeam Heinke und Tom mit ihrem Modell Florian auf den Weg gemacht noch ein paar tolle Fotos zu schießen. Leider war durch die vielen Tauchgänge im Laufe der Woche und dem Lehm in der Höhle die Sicht noch weiter eingetrübt, sodass Weitwinkelaufnahmen wie am ersten Tag mit großen Gängen und glasklarem Wasser nicht mehr möglich waren, aber trotzdem hat das Team einige tolle Bilder erstellt.

 

 

Auch am letzten Tag machte sich nochmal das Fototeam Tom, Heinke und Florian auf den Weg ein paar Bilder zu schießen. In der Hoffnung bessere Sichtweiten zu haben, wurde das Team als erstes ins Wasser geschickt. Dieser Schachzug sollte belohnt werden. Im Canyon wurden einige tolle Bilder erstellt. Auch das Team Marcel & Mats schnappte sich noch einmal die Kamera und machte sich „in den Diensten der Wissenschaft“ auf die Suche nach Höhlenbewohnern. Neben ein paar Fischen war das Hauptziel ein kleines Krebstierchen zu suchen. Das Team legte die Maximaltiefe für diesen Tauchgang auf 50m fest. Wie es der Zufall manchmal so will, wurden die 2 auf 49m fündig und konnte das kleine Tierchen mit der Kamera festhalten. Auf dem Rückweg wurde sogar noch ein Zweites gefunden. Mit einer kurzen Austauchsequenz aus der Höhle beendete das erste Tauchteam der Woche auch den letzten Tauchgang.

 

 

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