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Donnerstag, Juli 27, 2017

Projekt Gourneyrou - 2012

Teilnehmer Cavebase: Danny Beiert, Tibor Czippon, Peter Gärtner, Oliver Kurtz, Markus Osswald, Darko Petkovic, Wilke Reints, Manuela Schoch, Andreas Voigt, Tobias Ziegler
Gäste: Lars- Christian Amann, Heinke Teichmann


Ein kleines Vorwort:

Wir waren uns im vergangenen Jahr schon darüber einig, dass wir hierher ins Heráult zurückkehren „müssen“- nachdem wir so viele Erfahrungen gesammelt hatten und alles „wie am Schnürchen“ lief…

Die Vorbereitungen für die Betauchung der Gourneyrou stand nach der erfolgreichen Verprobung der Seilbahn auf dem Plan und in unserer Jahresplanung für 2012 war die Höhle damit ein fester Bestandteil geworden. Der logistische Aufwand ist wegen der Unmengen an Material nicht zu unterschätzen, aber dazu gibt es später gleich ein paar Eindrücke mehr…

Uns war von Beginn an klar, dass wieder ein Habitat zum Einsatz kommen würde und so lag es nah, dass wir den Umgang mit dem Habitat noch einmal üben wollten, um auch gut gewappnet zu sein.
Dafür traf sich ein Teil des Teams bereits im Mai am Steinberger See bei Regensburg. In in ca. 6m Tiefe ist in dem See bereits ein ähnliches Habitat fest installiert. Begleitet von bester Laune und schönstem Wetter ging es dann los.
Für die Teilnehmer Andreas, Danny, Darko, Manuel, Manuela, Oliver, Tobias, Peter, Carsten und Markus stand auf der Tagesordnung, den Ein- und Ausstieg für die RB- Taucher in bzw. aus dem Habitat zu proben bzw. den RB- Tauchern das An- und Ablegen der Ausrüstung nach einer Prozedur zu erleichtern.
Diese Aktionen sind sehr komplex und ein Training war zwingend erforderlich, um später bestmöglich vorbereitet zu sein. Für die Trockenübungen an Land hatte Tobias extra sein neues Habitat mitgebracht! Es gab gute Diskussionsgrundlagen, sämtliche Erfahrungen wurden geteilt und flossen gleich in die Abläufe mit ein.
Am installierten Habitat zeigte sich dann sehr deutlich, wie gut eine vorherige Abstimmung sämtliche Abläufe erleichtern kann.
Mehrfach übten wir den Ein- und Ausstieg und dank Tobias neuer Errungenschaft probten wir auch gleich den Transport des Habitates unter Wasser..

Ein paar Wochen später dann machten sich 14 Personen im Juni in die Spur. Das Gourneyrou- Projekt der Cavebase ist nach einer über dreimonatiger Vorbereitung gestartet.

Um zum Ziel zu gelangen verbringen alle Teilnehmer ein paar Stunden auf deutschen und französischen Autobahnen und quälen die Fahrzeuge zum krönenden Abschluss über einen etwas breiteren Ziegenpfad durch unwegsames Gelände. Die letzten Meter der Anfahrt sind keine wirkliche Straße, sondern ein mehr oder weniger gut befestigter und schmaler Waldweg, der dem Fahrer einiges an Konzentration abverlangt.

Normalerweise verirrt sich hierher kein Mensch. Wir waren umso mehr überrascht, hier Camper anzutreffen. Es stellte sich schnell heraus, dass diese Gruppe zu einer Organisation französischer Bergretter gehörte und in den letzten Tagen mehrere Rettungsübungen simuliert hatte.
Mit unseren Französischkenntnissen fanden wir auch schnell heraus, dass die Abreise der Gruppe unmittelbar bevor stand – Glück für uns, denn der Zeltplatz ist so ziemlich die einzige ebene Fläche weit und breit.

   

   

Anreisetag
Gegen 22:00 Uhr sind die letzten Teilnehmer des Projektes am Campingplatz eingetroffen. Zuvor wurden weiter oben am Zufahrtsweg noch die mitgebrachten Projektmaterialien wie Habitat, Flaschen, Seilbahnequipment, Rebreatherzubehör und Scooter abgeladen.

Heinke und Tibor waren schon ein paar Tage zuvor zum Tauchen nach Südfrankreich gefahren und kamen aus dem benachbarten Lot am Freitag Nachmittag als erste vor Ort an und entschlossen sich, das Basisequipment für einen Check TG noch zur Höhle herunter zu tragen. Gleich am nächsten Morgen wollten sie einen Checktauchgang durchführen, um die Sicht- und Leinenverhältnisse zu beurteilen.
Nach einem einstündigen Tauchgang und ca. 280 m Penetration auf 33m Tiefe war klar, - die Bedingungen erlauben einen Push-Tauchgang.

Um unseren Zeltplatz herum wurde eine Wäscheleine, eine Latrine und ein Platz für ein offenes Feuer eingerichtet. Wir haben es uns so angenehm wie möglich gemacht und die kleinen Hilfsmittelchen erleichtern einem das Campingleben ganz gewaltig.
Die Nacht sollte für alle ziemlich kurz werden und der Wecker wurde auf 07:30 Uhr gestellt.

   

Der erste Tag im Basislager
7:30 Uhr morgens im Wald aufzuwachen hat seinen eigenen Reiz und vermittelt nun auch dem Letzten, dass er endlich angekommen ist und dass nun mindestens 4 Tage harte Arbeit auf ihn warten. Die Motivation hätte nicht besser sein können, emsiges Treiben vor 7:30 Uhr weckte ohnehin die meisten, so dass nach einem kurzen Frühstück der Weg zu den Stationen angetreten werden konnte.



   

   

Nach ca. 4 Std. intensiver Arbeit konnten wir erfolgreich die erste Seilbahnfahrt mit der Transportbox durchführen und damit mit der eigentlichen Arbeit beginnen – Der Transport von 1.500 Kg Material in Richtung Talstation. Es war klar, dass der Tag schon zu weit fortgeschritten war um das ganze Equipment im Pool zu platzieren – nicht zuletzt hat der einsetzende Regen unsere Effizienz merklich gebremst. Am Abend des ersten Tages war die Bilanz recht überschaubar. Es musste immer noch Equipment zur Talstation befördert werden und der Regen wurde immer stärker- wir beschlossen gegen 19:00 Uhr für heute abzubrechen. Immerhin waren die Rentnertische und ein Großteil der Flaschen, Anzüge und Reglersets bereits am Höhlenpool angekommen. Scooter, Frames und Habitat konnten aber erst am Folgetag zur Talstation befördert werden.

Tag 2
Wetterlage: Schlecht! Aussichten - schlechter!
So war die Wetterlage zu beschreiben, die Nacht über gab es Dauerregen, die Temperaturen fielen auf 9 Grad herab und zum Frühstück mussten wir erstmal beraten wie wir uns im Lager eine trockene Stelle sichern.. Wir beschlossen daher ein mitgebrachtes Sonnensegel als provisorisches Regendach umzufunktionieren. Später mussten wir sogar den Bereich vor dem Höhlenpool mit dem zweiten Sonnensegel überdachen, weil es definitiv zu rutschig wurde und die Verletzungsgefahr von Minute zu Minute dramatisch stieg…

Aber es ging trotz der widrigen Umstände erstaunlich gut voran!
Während noch das restliche Equipment von der Bergstation zur Talstation befördert wurde, bereiteten sich Manuela und Peter auf ihren Setup-Tauchgang vor. Ausgerüstet mit ihrem pSCR im D12 Frame machten die beiden sich auf den Weg um die Dekogase für das Push Team im tieferen Bereich der Höhle zu platzieren. Manuela und Peter beschreiben dabei Ihren Tauchgang wie folgt:

Dieser Setup Tauchgang beinhaltete mehrere Aufgaben, zum einen das Reinbringen und Anlegen der Depots 3 (21m), 4 (40m) und 5 (54m), zum anderen natürlich das Checken der Leinensituation im weiteren Höhlenverlauf bis ca.330m (etwa 60m Tiefe) und wir planten etwas Zeit für eine Fotosession im tieferen Bereich ein.
Heinke legte für uns die Stages, Scooter und Heiztanks im Pool ab, insgesamt waren das pro Taucher 4 Stages, 1 Magnum Scooter, 1 Heiztank für die Pushtaucher und natürlich die eigenen Gase (1x Bottomgas, 50/25, O2) plus Scooter sowie die Fotokamera mit Blitzen. Der Einstieg mit Kreisel in den Pool war eine kleine Herausforderung und wenig leichtfüßig.

Nach Abtauchen und Aufnahme aller Stages, Scooter usw. ging’s endlich los. Doch die Scooter hatten ziemlich schwer zu arbeiten und die Fahrt fühlte sich trotz Vollgas wie in Zeitlupe an. Die Sicht wurde nach der Eingangspassage deutlich besser, aber nach jedem längeren Verweilen setzte sofort die Perkolation ein und es rieselte von der Decke. Die Leine war im Bereich bis 350m soweit intakt und uns blieb die Flickerei erspart. Nachdem das letzte Depot auf 54m angelegt war und die Situation ausreichend erkundet war, blieb uns noch Zeit für ein paar Fotos. Mit dem leichten Restgepäck ging der Weg raus dafür wie im Flug und wir erreichten den Pool nach knapp 3 Stunden….



   

Überhaupt glich der Höhlenpool am 2. Tag eher einem Bahnhof. Am Ende dieses Tages konnten wir stolz darauf zurückblicken, dass alle erforderlichen Ausrüstungsteile am Höhlenpool zur Verfügung standen. Dazu gehörte auch der größte Baustein des Projektes, - das Habitat für Tobias und Carsten.



   

An dieser Stelle zahlte sich das Habitattraining am Steinberger See aus! Das Bugsieren des Habitates durch den engen Eingangsbereich der Höhle stellte dabei die größte Schwierigkeit dar. Jeder Zentimeter Platz wurde genutzt, trotzdem verkantete das Habitat immer und immer wieder, aber nach fast 20minütiger „Einfädelarbeit“ berührte das Habitat endlich das Wasser - größere Abmaße hätten den Einsatz tatsächlich verhindert!

Kaum im Wasser angekommen wurde es auch schon vom Installationsteam Marc, Andreas, Oliver, Markus und Danny in Empfang genommen. In nur 20 min war es dann perfekt platziert – hier macht sich ein eingespieltes Team maximal bemerkbar!!

Nun wurde das Habitat noch bei deutlich schlechterer Sicht mit diversem Equipment für die später Zurückkehrenden bestückt. – Damit waren die Vorbereitungen abgeschlossen!

Jetzt konnte es für Tobias und Carsten endlich losgehen!!



   

Tag 3 Push Dive.
Dieser Tag stand im Zeichen des Push Dives. Mit größter Sorgfalt bereiteten sich Tobias und Carsten vor. Alle Ausrüstungsteile, alle Materialen wurden doppelt und dreifach überprüft. Dekopläne und Notfallszenarien wurden zum letzen Mal mit Darko besprochen. Die Fotografen waren auf Ihrer Position und warteten gespannt auf ihren Einsatz. Wilke beschreibt den Fototeil des Projektes wie folgt:

Um einigermaßen gute Bilder unter Wasser erstellen zu können ist es unbedingt erforderlich, dass sich der Fotograf auf die Höhle „einschießt“. Nahezu alle Unterwasserhöhlen zeigen in Bezug auf Kameraeinstellungen ihren eigenen Charakter. Um diesen Charakter kennenzulernen sind „Foto Check Dives“ unumgänglich. Tibor und ich haben sich dieser Aufgabe einen Tag vor dem Push dive gewidmet und die besten Kameraeinstellungen für diese Höhle erarbeitet. Der Tauchgang hatte zum Ziel zu verstehen wie sich Blitzlicht, ISO Einstellung, Blendenzahl und Gesteinsfarbe auf Fotos in dieser Umgebung auswirken.

Die Höhle zeichnet sich durch eher dunkleres Gestein aus, teilweise sind die bizarren und scharfkantig wirkenden Gesteinsbrocken mit lehmartigem Sediment bedeckt. Erschwerend kam hinzu, dass die Blitzleistung aufgrund der Wassereintrübung nicht zu stark sein durfte, da sonst das Sediment zu stark reflektiert und zu „Nebelbildern“ geführt hätte.
Ein paar Testbilder später waren für diese Höhle die bestmöglichen Einstellungen erarbeitet und der Tauchgang konnte zufrieden beendet werden. Die erste Hürde für akzeptable Fotos war damit gemeistert.

   

    

Die Fotoeinstellungen passten und alles lag an der exakt richtigen Stelle, so dass Tobias und Carsten nun ihren Tauchgang beginnen konnten.
In aller Sorgfalt legten beide Ihre schwere Ausrüstung an und nahmen im Pool erstes Equipment für den langen Tauchgang auf. Weitere Tauchgangsausrüstung nehmen die Beiden dann an den zuvor festgelegten Depots auf. Tobias und Carsten beschreiben Ihren Tauchgang wie folgt:

Nach einem ausgiebigen Frühstück gingen wir gemeinsam zur Gourneyrou. Das Habitat war gesetzt, die Depots waren angelegt, die Geräte standen einsatzbereit auf ihren Rentnertischen und Tobias und ich mussten uns lediglich noch umziehen. Unten an der Höhle einen guten Fleck zum Umziehen zu finden ist echt eine Herausforderung, da gibt es praktisch keinen geraden Fleck. An der Höhle ist alles irgendwie eng, der Eingangbereich bietet fast keinen Platz für die Rentnertische und die umliegenden Steine waren nach 2 Tagen Regen auch noch ein wenig glatt,- also beste Bedingungen, einfach wäre ja langweilig. Nachdem das Team uns in die Geräte geholfen hat, ließen wir uns kontrolliert in den Pool fallen. äußerst grazil mit D20 und RB auf dem Rücken wirkend, wurde uns der Bailoutkreisel und weitere Seitenflaschen gereicht.

Es ist immer wieder schön, die Verwandlung vom schwerfälligen Packesel an Land zur elegant dahinschwebenden Schrankwand im Wasser zu erleben. Das Beste aber ist das Gefühl das sich praktisch einstellt wenn man den Kopf unter Wasser steckt. Langsam flösselten wir zum Habitat, dort checkte jeder seine Sauerstoffflaschen und das Breakgas. Kurz dahinter nahmen wir unsere Scooter auf. Dann ging’s weiter zum 21 Meter Gas, check, 36 Meter Gas, check. Beim 36 Meter Gas gab es jeweils noch einen Scooter und ein Tiefengas.
Den Gaswechsel auf das Tiefengas haben wir dort auch gleich erledigt um dann noch auf 54 Meter das erste Dekogas und die Heizung zu kontrollieren. Alles war klar, mit dem Finger am Trigger leuchteten wir beide ins uns Unbekannte, es konnte losgehen.
Zügig ging es runter auf ca. 85 Meter, und anschließend schnell wieder hoch. Ab ca. 50 Meter Tiefe verlangsamten wir dann den Aufstieg und tauchten langsam zum Gaswechsel auf 36 Meter. Dort angekommen signalisierte Tobi den Gaswechsel, und bei der Gelegenheit wurde auch gleich der Bailoutkreisel ein weiteres Mal gecheckt- , alles Bestens- es konnte weiter gehen.
Die Höhle machte bis dahin einen dunklen zerklüfteten Eindruck, die Sicht war nicht berauschend aber gut, und so konnte man das spaltenförmige Profil gut erkennen. Als wir auf ca. 30 – 25 Meter angekommen waren, spielte uns die Höhle einen kleinen Streich. Intuitiv hat man bei dem Gangverlauf den Drang sich rechts zu halten.
Zwar geht der Gang da weiter und führt auch gleich wieder zum Hauptgang aber die rechte Seite ist eine nette kleine Engstelle, durch die man mit einem D20 Frame gerade so durchkommt, abgesehen davon, dass kurz vorher die Leine endet und man mit dem Reel in der Hand, den Scooter voranschiebend, durch den Spalt schwimmen kann. Tobias ist beim Durchtauchen der Engstelle der Lampenkopf ausgefallen. Aber dabei sollte es nicht bleiben. Zu dem Lampenausfall kam dann noch eine Menge Perkolation, welche auch noch immer stärker wurde und fast in einer Nullsichtsituation endete. Alles noch kein Drama, was uns aber noch zusätzlich Zeit gekostet hat war ein Linecatcher eines unserer Scooter- bei praktisch null Sicht.
In Summe verbrachten wir ca. eine Stunde da hinten in der Höhle. Trotz der sehr schlechten Sicht bemerkten wir, dass der eingeschlagene Weg zwar der falsche war, dafür aber zu einem kleinen Loop gehört der mit dem Hauptgang verbunden ist. Den Teil der Höhle kennen wir jetzt echt gut.

Die HID Brenner richteten sich wieder höhleneinwärts und kurzerhand zogen uns die Scooter wieder in klares Gewässer. Zu unserem Erstaunen war die Leinensituation dahinter sehr gut und wir mussten kaum stoppen, um eine durchgehende Leine zu gewährleisten. Der weitere Gang hinunter auf ca. 90 Meter wird etwas enger als der im 20 Meter Bereich, hatte eine Breite von vielleicht 4 bis 5 Metern, und war bei weitem nicht mehr so hoch. Auf fast 90 Meter angekommen schauten wir uns beide an und beschlossen für heute weit genug in die Höhle gefahren zu sein, schauten uns noch kurz um, und machten uns auf den Rückweg.
Der ging deutlich besser :-) Kaum Zeit verloren, ging es wieder mit Vollgas auf die 85 Meter und mit Schwung hoch auf ca. 60m, wo wir dann langsam das Dekomprimieren anfingen.
Bei 54 Meter trafen wir dann Peter und Manu, die uns einen großen Schwung an Ausrüstung abnahmen. Die Deko war eher unspektakulär, wir freuten uns aber beide aufs Habitat und der damit verbunden warmen Mahlzeit.
Der Einstieg ins Habitat lief bei uns beiden, dank des Trainings, wirklich reibungslos. Im Habitat angekommen, reichte Markus die Wetnotes um den Status und evtl. Wünsche abzufragen.
“Alles bestens, haben Hunger”, die Penetrationstiefe hatten wir ja schon vorher vermittelt. Nach dem Nudellieferservice wurde es ruhig, wir hatten jede Menge Spaß und unterhielten uns über den Tauchgang. Unter Aufsicht eines Supportteams machten wir uns auf den Weg zum Höhleneingang, wo uns nach 556 Minuten Tauchzeit ein gut gelauntes Team empfing. Nach dem Auftauchen blieben wir noch eine Weile im Pool und erzählten den Anwesenden vom Tauchgang. Diejenigen Teammitglieder, die bereits wieder den Seilbahnbetrieb sicherstellten, wurden per Funkgeräte über die wichtigsten Details der letzten Stunden informiert.
Die Höhle selbst hinterlässt eine große Anziehungskraft, schon auf dem Rückweg war für uns klar, “Hier müssen wir nochmal hin!”.

   

Das Abtauchen von Tobias und Carsten wurde durch ein wildes Blitzlichtgewitter begleitet. Wilke beschreibt die „Fotosession“ wie folgt:

Der Höhleneingangspool war mit seinen 2x2 Meter sehr eng und das Team stand vor der Herausforderung, dass Pushdiver, Foto- und Filmteam sich nicht zeitgleich im Pool aufhalten konnten. Darko hatte dies schon vor Wochen bei der Projektplanung erkannt und plante, dass das Foto- und Filmteam(Danny, Oliver, Andreas und Wilke) genau 30min. vor dem Abtauchen der Pushdiver in die Höhle eintauchten. Somit hatten die beiden Doku Teams ausreichend Zeit sich die beste Position für das Fotografieren und Filmen herauszusuchen.

Wie sich herausstellte war der zeitliche Vorsprung auch tatsächlich erforderlich, denn nach dem passieren der ersten 50m stellte sich heraus, dass die Slaveblitzeinstellungen trotz vorheriger Versuche vom Vortag nicht perfekt waren, die Einstellungen mussten unter Wasser schnell korrigiert und anhand neuer Testbilder überprüft werden.

Dank Darkos minutiöser Planung passierten Carsten und Tobias tatsächlich nach exakt 30min. die erste Domhalle bei ca. 70m. Sofort begann das Foto- und Filmteam mit seiner Arbeit. Blitze zuckten durch die Höhle, HID Lampen teilten das Wasser wie Laserschwerter und die Videobeleuchtung ließ den gesamten Dombereich in einem diffusen und mysteriösen Licht erscheinen. Das Doku Team versuchte so gut es ging Carsten und Tobias bei der Aufnahme ihres Equipments zu dokumentieren.
Nachdem Tobias und Carsten das Doku Team hinter sich gelassen haben, konnte zufrieden der Rückweg in Richtung Pool angetreten werden.

   

Die Tauchgangsplanung prognostizierte sehr exakt, wann Carsten und Tobias ihren Rückweg starteten und ein Deep Support zur Verfügung stehen musste. Diese Aufgabe übernahmen Peter und Manuela. Gleich im Anschluss stand auf ihrem Plan, erste UW- Aufräumarbeiten durchzuführen und die Höhle von bereits genutztem Equipment zu befreien. Hier eine kurze Schilderung von Manuela und Peter:

Nach der vereinbarten Zeit machten wir uns tauchbereit und starteten zum ersten Check und
Clean up Dive. Tobias und Carsten verließen gerade den 1. Deko Stopp auf 54m als ihre Lichter zum ersten Mal zu sehen waren und wir begegneten uns auf 48m, Carsten hielt uns die Wetnotes entgegen. Uns blieb nur wenig Zeit für ein paar Fotos. Die beiden warfen das nicht mehr benötigte Equipment in der Halle auf 40m ab, für uns das Zeichen zum Aufräumen. An einer geeigneten Stelle konnten wir sie überholen. Als wir den Pool erreichten konnte sich das Supportteam für den Habitateinstieg gerade fertig machen.

Nahtlos an Manuelas und Peters Rückkehr zur Oberfläche bereitete sich nun das Dreierteam mit Markus, Marc und Danny vor, um Tobias und Carsten auf ihrem weiteren Weg zu begleiten. Weiteres Equipment wurde den Beiden abgenommen und in Richtung Ausgang transportiert.

Irgendwann waren die beiden Pusher beim Habitat angekommen. Hier wurden sie wenig später dann auch mit warmem Essen und Getränken im Habitat versorgt.
Noch während die Beiden einiges an Deko abzusitzen hatten, wurde weiteres Equipment an die Oberfläche gebracht. Draußen schnurrte die Laufkatze der Seilbahn wieder rauf und runter und nicht mehr benötigtes Material verließ den Pool in Richtung Mittel- und Bergstation.

Das restliche Cleanup unter Wasser übernahmen Markus und Manuela, gleich im Anschluss daran wurde das Habitat gemeinsam mit Andreas und Oliver geborgen.



   

   

   



Der verbleibende Rest des Tages bestand wieder darin, dass die Seilbahn wieder ihren Betrieb aufnahm. Die Tonne wurde wieder unzählige Male befüllt und an der Bergstation sammelte sich zunehmend das gesamte Equipment des Projektes an. Oben an der Bergstation wurde das Equipment möglichst platzsparend am Wegesrand deponiert.
Wir hatten den größten Teil der gesamten Ausrüstung bereits abends schon wieder an der Bergstation und konnten uns gegen 22:30 Uhr an den glühenden Grill setzen- bis weit in die nächsten Morgenstunden hinein wurde ausgelassen gequatscht und Tobias und Carsten erläuterten den Tauchgang bis ins letzte Detail – alle lauschten gespannt den Ausführungen und am Ende stand fest: Die Cavebase kommt wieder …!!!

   



Der nächste Morgen stand im Zeichen des Aufbruchs. Darko, Lars, Tibor und Heinke reisten bereits sehr früh ab, da alle am Folgetag wieder ihrer regulären Arbeit nachgehen mussten.
Das restliche Team transportierte mit Hilfe der Seilbahn noch Equipment zur Bergstation. Zu guter Letzt haben wir die Seilbahn abgebaut und das ganze Material in unseren Autos oder Trailern verstaut.

Bei einem kräftigen Kaffee planten wir dann noch die Rückreise. Carsten, Marc, Andreas, Markus, Tobias, Oliver, Wilke und Danny entschieden sich dafür, in Bourg Saint Andrèol der Goul de la Tannerie einen Besuch abzustatten. Manuela und Peter brachen bereits ins Lot auf, um dort noch ein paar schöne Tauchgänge zu genießen.
Die hereinbrechende Nacht war erfreulich länger wie die der Tage davor, schließlich hinterlässt das Sportprogramm der letzten Tage doch seine Spuren.

Am nächsten Morgen in Bourg Saint Andrèol angekommen, mieteten wir uns bei Les Clos des Olivers ein. Die beste Adresse für Taucher vor Ort...
Den ganzen Tag über genossen wir das herrlich sonnige Wetter, und die Tannerie zeigte sich mit einem optimalen Wasserstand und unglaublichen Sichtweiten.
Bis zum Schacht in ca. 700m Entfernung absolvierte hier jeder einen entspannten Tauchgang, wobei Wilke natürlich nicht ohne seine Kamera losziehen konnte. Andreas hat den Tag wie folgt zusammengefasst...
Wir erreichten die Höhle am frühen Nachmittag und nach kurzer Zeit stiegen unsere drei Teams in Wasser; Marc und ich vorneweg, Wilke, Danny, Carsten und Oliver als Fototeam hinterher, sowie schließlich Tobias und Markus.
In aller Ruhe flösselten wir bis zum Schacht bei 700 m und genossen dabei die sehr klare Sicht und mitunter recht enge Höhle. Denjenigen, der Augen dafür hat, belohnt die Höhle mit wunderbaren, geradezu „magischen“ Lichtspielen. Tipp an dieser Stelle: Nicht direkt in die Höhle oder auf die Leine leuchten, sondern an die Decke. Luftblasen und der helle Stein tun dann das übrige…
Nach einem kurzen Abstecher in den Schacht ging es dann auch schon wieder an den Rückweg. Entspannt und mit leuchtenden Augen erreichten wir nach ca.2 Stunden den Höhlenpool. Nach Abbau unserer Ausrüstung fuhren wir direkt zum Hotel, wo nach einer Woche campen eine warme Dusche, ein Spiegel (!) zum Rasieren und ein richtiges … (okay, das übergehen wir an dieser Stelle…) auf uns warteten. Danach suchten wir die Strandpromenade heim, wo wir bei Essen und Wein die Ereignisse der Woche Revue passieren ließen.

   
   
   



Am darauffolgenden Morgen wurde dann die eigentliche Rückreise angetreten. Dank der mitgeführten Funkgeräte konnten wir selbst während der Fahrt eine sehr lange Zeit über das Erlebte diskutieren.

In diesem Sinne hoffen wir, der Bericht hat euch gefallen..
Eure Cavebase

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