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Donnerstag, November 23, 2017

Gourneyras - EoL

Teilnehmer: Marc, Andreas, Florian, Heinke, Manuel, Benjamin, Anke, Guy, Oli, Tobias und Wilke

Irgendwie zieht uns das Herault immer wieder magisch an. Während wir uns die letzten Jahre auf die Gourneyrou konzentriert haben, haben wir uns dieses Jahr die Gourneyras vorgenommen. Die Gourneyras liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zur Gourneyrou und liegt ähnlich anspruchsvoll in einem Tal mit ungefähren 70 Höhenmetern Unterschied zwischen dem letzten begehbaren Weg und dem Höhlenpool. Logistisch gesehen also wieder ein recht hoher Aufwand, insbesondere auch deshalb weil die Höhle eine größere Tauchtiefen mit sich bringt. Sie fällt gleich zu Beginn auf über 50m Wassertiefe ab und leitet den Taucher für fast 1000m durch einen gewaltigen Gang bei einer Durchschnittstiefe von über 60m. Für uns hieß das in den meisten Fällen Doppel 20 Konfiguration mit Rebbi inkl. Scooter. Diesmal hatten wir also wirklich viel Equipment dabei

 Das Cavebase-Projektziel:

Das Cavebase Team hat sich für diese Expedition zwei wesentliche Ziele gesetzt. An erster Stelle stand, dass jeder seinen Wunschtauchgang an dieser außergewöhnlich schönen Höhle durchführen kann. An zweiter Stelle wollten Tobias und Wilke bei ihrem Push-Tauchgang das Ende dieser Höhle erreichen, Robin und Roland, sowie die EKPP hatten bereits berichtet, dass es kein Weiterkommen gibt. Allerdings ist es bei auf Grund der schieren Größe der Höhle sehr gut möglich einen Anschlussgang ausfindig machen zu können.

Tag 1

Das Hinab befördern von Material zum Höhlenpool ist an der Gourneyras in der Tat ein wenig einfacher, die Tatsache, dass das Plongée Sout Team mit Frank Vasseur  eine Seilbahn angebracht hat, macht den Zugang für normales und leichtes Tauchequipment deutlich einfacher. Allerdings erschien uns die Konstruktion für unsere Doppel 20 Geräte einfach nicht stabil genug, so dass wir kurzerhand unsere eigene Seilbahnkonstruktion aufgebaut haben. Dank dem mittlerweile sehr erfahrendem und eingespielten Cavebase Team hatten wir bereits nach wenigen Stunden die Seilbahn aufgebaut und in Betrieb genommen. Nach ca. 4,5h Seilbahnbetrieb hatten wir alles nach unten befördert und nun lagen dort: 70 Stages, sieben XK1 Scooter, zwei Halcyon T-16 Scooter, ein Gavin, ein SUEX Magnum Scooter, fünf Doppel 20 Rebreather Frames, ein D12 Rebreather Frame, zwei Doppel 20 OC Geräte, sechs Doppel 12, zwei Sidemount RB80, ein Habitat, 7 Heiztanks und unzählige Taschen, Trockis, Regler, Akkutanks, Lampen und Tragetaschen; eben alles was ein Höhlentaucher für einen ca. 5h Tauchgang auf ca. 60m Durchschnittstiefe so braucht.

Unten am Pool begangen die ersten bereits mit dem Zusammenbau des Equipments – zuerst die Supportgeräte, um das Habitat zu setzen. Benjamin, Anke, Guy, Florian und Heinke haben in Rekordzeit das Habitat gesetzt und auch gleich bestückt. Danach haben die Fünf auch noch die flachen Depots bis 21m angelegt. Am Abend waren wir mit unserer eigenen Leistung hochzufrieden – alles unten, Habitat einsatzbereit und bis 21m lagen alle Supportgase an der richtigen Stelle – besser hätte es nicht laufen können, wir haben unsere eigenen Erwartungen für diesen Tag deutlich übertroffen!

Tag 2

Der nächste Tag sollte unser erster richtiger Tauchtag werden. Marc und Andreas haben sich auf ihren 4h Tauchgang vorbereitet, die Beiden haben sich den Schacht nach knappen 1.000m genauer ansehen und wollten ggf. noch einen kleinen Abstecher auf 100m Wassertiefe wagen. Tobias und Wilke hatten die beiden noch gebeten die Leinensituation bis dorthin zu prüfen und ggf. Löcher in der Leine zu flicken. Die beiden haben sich in aller Ruhe fertig gemacht, sind gegen Mittag abgetaucht und haben die Leine bis zum tieferen Teil des Schachtes in stand gesetzt – nach etwas über 4h steckten die beiden planmäßig den Kopf aus dem Wasser.

Während Marc und Andreas im Wasser unterwegs waren hatten wir Glück und konnten Frank Vasseur mit seinen Tauchschülern persönlich kennenlernen. Frank hatte an diesem Tag ebenfalls geplant die Gourneyras zu Trainingszwecken zu betauchen, wir halfen seinem dreier Teams das Equipment von der Bergstation zum Pool zu befördern. Vor und nach seinem Training konnten wir die Gelegenheit nutzen um wirklich tolle und sehr aufschlussreiche Gespräche mit ihm und seinem Team zu führen - eine willkommende Abwechslung!

Manuel und Florian haben sich etwas versetzt zu Marc und Andreas vorbereitet, die Beiden haben ihren Tauchgang dazu genutzt die tieferen Push Depots für Stages und Scooter anzulegen. Tobias und Wilke hatten vorgeschlagen bei ca. 400m ein Depot für den Push Tag anlegen. Dieses Depot sollte zugleich als Safety Depot für alle anderen nachfolgenden Tauchgänge dienen – insbesondere für unsere OC Teams. Im Fall der Fälle waren alle Tauchpläne so optimiert, dass ein Austauchen mittels OC von jedem Punkt der Höhle aus möglich gewesen wäre. Auch Manu und Florian kamen nach gut 3 Stunden wieder aus dem Wasser.

Am Ende des ersten Tauchtages waren somit alle Depots angelegt, die Leine geflickt und Marc, Andreas, Manuel und Florian konnten über die ersten Impressionen berichten. Leider wurde die Sicht im tieferen Bereich nicht besser – es waren zwar immer noch lockere 20m aber durch die enormen Dimensionen der Höhle wirkte das Wasser milchig.

Tag 3

Sonntag, der 22. Juni stand im Zeichen des Explorations Tauchganges. Tobias und Wilke hatten Ihre Geräte bereits am Vortag hergerichtet und tauchten um 9:15 Uhr ab. Beide folgten dem Gangverlauf auf einer Durchschnittstiefe von ca. 60m, bei 400m haben die beiden Ihre Backupscooter (2x XK1 und die tiefen Atemgase (12/70)) aufgenommen und nach knappen 1000m Eindringtiefe haben sich die Beiden den Schacht hin abfallen lassen. Ab diesem Zeitpunkt ist der Verlauf dieser Höhle auch weiterhin spektakulär, die Gänge sind riesig groß und kaum auszuleuchten.

Tobias und Wilke hatten die Pläne von vorherigen Tauchteams genau studiert und so war es verhältnismäßig einfach den „Roland & Robin“ Gang zu entdecken und abzutauchen. Die Beiden haben auch die Fortsetzung der EKPP entdeckt und sind dieser Leine bis zum Ende gefolgt, kurz vor dem finalem Ende der Höhle erschwert eine Engstelle das Weitertauchen, aber mit ein wenig Geruckel kamen die Beiden mit Ihren D12 und D20 Frame inkl. Sidemount gut durch.

Das Ende der Höhle ist nach guten 2,5km wirklich verblüffend, einfach eine vollständig geschlossene Wand, keinerlei Loch oder sonst ein Zeichen, dass die Höhle sich hier fortsetzen würde. Wilke und Tobias haben also fast schon enttäuscht den Rücktritt angetreten und auf dem Rückweg noch kleinere Passagen abgetaucht – ein kurzes Stück neue Leine haben die beiden dann doch noch verlegt, aber auch hier endete der Gang schon nach wenigen Metern.

Nach über 4,5h Grundzeit zwischen 60 und 100m erreichten die Beiden Ihren ersten Dekostop, das Supportteam war fast auf die Minute pünktlich und so fand das erste Treffen nach der langen Grundzeit feierlich auf dem 57m Stop statt. Die Beiden hatten jetzt noch eine ewig lange Dekozeit von über 10h vor sich – immer wieder begleitet von den anderen Cavebase-Teammitgliedern.

Alles klappte wie am Schnürchen und morgens gegen 1:45 Uhr tauchen Tobias und Wilke erschöpft aber glücklich auf! Im Lager angekommen haben wir dann noch kräftig gefeiert und das Projekt ausklingen lassen.

Tag 4

Der heutige Tag stand im Zeichen des „freien Tauchens“, d.h. jeder hat die Zeit für seinen Tauchgang genutzt. Heinke, Anke und Ben haben als OC Team eine Tauchgruppe gebildet. Die Drei haben sich den tieferen Teil des Ganges bis etwas über 60m Wassertiefe genau angeschaut und die riesigen Dimensionen der Höhle genossen, nach 2,5h tauchte das Team gutgelaunt und sichtlich beeindruckt auf.

Marc und Andreas haben die Zeit für einen weiteren Tauchgang genutzt und sind nochmal den Gang bis zum Schacht gescootert. Diesmal musste keine Leine geflickt werden und die Beiden konnten den Tauchgang ganz nach Ihren eigenen Vorstellungen gestalten. Nach 5h waren die beiden ebenfalls wieder an der Oberfläche angelangt - gut gelaunt und sehr zufrieden.

Manu und Flo hatten sich die gut 1km Strecke bis zum Schacht oder tiefen Knick vorgenommen. Die Höhle fällt im Eingangsbereich relativ schnell bis ziemlich genau 60m ab um sich dann zwischen 40 und 70m entlang zu ziehen. Die Höhle ist in dem Bereich riesig und mit der gegebenen Sicht war oft die nächste Wand nicht zu sehen. Hier ist viel Platz um gemütlich nebeneinander zu Scootern oder leicht versetzt zu versuchen möglichst viel Gang auszuleuchten. Nach ca. 30’ erreichten die beiden den Schacht der bei etwa 55m beginnt, liessen sich kurz auf 75m fallen die die MOD des gesteckten Gases hergab, sahen sich kurz um und machten sich wieder auf den Weg zurück. Zurück am Eingangsschacht hat man gut eine Stunde auf 60m verbracht was in dem Fall zu einem Tauchgang von 4,5 Stunden geführt hat. Dabei war die Deko konservativ ausgelegt. Schließlich ist man ja weit von der nächsten Möglichkeit zur Hilfe entfernt.

Tag 5

Der letzte Projekttag endete wie der erste begonnen hatte – mit viel Schlepperei. Nach den abgeschlossenen Tauchgängen mussten die gut 2.5 Tonnen Ausrüstung wieder nach oben. Das hieß alle Mann (Frau) an die Seilbahn und Schleppen. Dank der sich inzwischen aufgebauten Übung hatten wir bis Mittag aber schon alles wieder oben an der Straße.

Im Lauf der nächsten beiden Tage machte sich das Team dann häppchenweise auf den Nachhauseweg. Eine tolle Woche, mit viel Spaß, Freude und ein klein wenig positivem Schweiß:-). Hier die schönsten Bilder:

In diesem Sinne

Euer Team Cavebase

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