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Donnerstag, Juli 27, 2017

Ardeche August 2009

Ardeche August 2009

Am letzten August Wochenende hatten Tim und ich einen kurzen Abstecher in die Ardeche ins Auge gefasst. Geplant waren zwei Tauchgänge in der Tannerie bis maximal zum Anfang des Schachts nach ca. 700m. Diese Vorgabe war entgegen den sonst

so üblichen Cavebase-Großangriffen mal was ganz Neues :-): Nur leichtes Gepäck, kein Scooter, kein Kreisel, nur D12 und eine Stage pro Tauchgang !! Da sich die Höhle in dem Bereich, der der Planung zu Grunde lag, nur einstellige Tiefen aufweist, waren alle Gase EAN 36. 

Da wir nun festgestellt hatten, dass man mit so wenig Tauchequipment noch viel Platz im Auto übrig hat, und wir diesen Platz nicht verschwenden wollten, durften auch unsere Frauen mitfahren. :-)

Die Damenwelt tauchte allerdings nicht, sondern begnügte sich damit, die französische Sonne und Lebensart zu genießen…


Katharina (re.) und Sylvia (li.) im trockenen Überlaufbecken der Tannerie

Freitags direkt nach der Ankunft statteten wir der Höhle einen Besuch ab: Beim ersten Blick in Richtung Tannerie fiel uns sofort auf, dass kein Wasser aus der Höhle kam. Zuvor haben wir noch gespaßt, dass das Loch vielleicht ohne Wasser zu erwarten wäre, da wir das auch schon von Bildern kannten.

Nachdem wir das Auto abgestellt hatten und zur Höhle gelaufen waren, ergab sich ein Blick der uns etwas erschreckt hat - tatsächlich kein Wasser da! „Ohje“ dachten wir und kletterten in den Pool, um nach zu sehen, wie tief das Wasser stand. Wir trauten unseren Augen kaum: Der Wasserstand war mindestens 4m unterhalb des Beckenüberlaufs. Wir konnten direkt schon die erste Engstelle sehen.


Oli am Eingang zur Tannerie. Deutlich sieht man im oberen Bildbereich die Wassermarke des „normalen“ Wasserstands.

Nun ja, am Abend haben wir noch etwas gegessen und berieten, was wir da nun zu erwarten hatten. Da Tim schon einmal an dieser Höhle war, und auch ein Höhlenplan hatte, war uns klar, dass es in der Höhle an zwei Stellen kein Wasser geben konnte, da diese schon bei normalem Wasserstand eine Tiefe von nur 2m aufwiesen.

Am Samstag haben wir unser Equipment vorbereitet und am nächsten Morgen wollten wir es dann etwas genauer wissen. Nach nur ca. 75m und eine max. Tiefe von 2m hatten wir den „ersten Sump“ durchtaucht, und konnten auf die bei etwa 80m gelegene Engstelle schauen. Nach einigen Diskussionen im "Trockenbereich" haben wir uns entschlossen, hier wieder umzudrehen, da ein Durchrobben im Trockenbereich bei einer Ganghöhe von ca. 1m den Trilaminatanzügen bestimmt den Gar ausgemacht hätte.


Tim (li.) und Oli im Pool (oder was davon übrig ist…) der Tannerie

Am Mittag haben wir uns dann vorgenommen die Goul du Pont zu betauchen, da müsste ja genug Wasser sein. Auch an der Höhle war der Wasserstand -4m und wir hatten genug zu tun, die Geräte ins Wasser zu lassen.

Dabei wurden wir von einer Horde ortsansässiger Teenies beobachtet, die dort im Schutz der Brücke und einem kleinen Gebüsch lustige selbstgedrehte Zigaretten rauchten und mit geröteten Augen unser Tun beobachteten. Als die Jungs drauf kamen, dass wir in der Höhle tauchen wollten, sprachen sie uns an. Einer der Gesellen hatte wohl sein Handy in den Höhlenpool fallen lassen und fragte nach, ob wir danach schauen könnten. Tatsächlich fand Tim das Gerät, oder was davon noch übrig war, im Eingangsbereich der Höhle.


Auch in der Goul du Pont war der Wasserstand 4m unter dem Überlauf

 

An der Höhle war die Leine, die nach außen führt, gerissen. Deshalb beschlossen wir das Primary Reel von außen bis zur Mainleine zu legen. Das erwies sich im Nachhinein als goldrichtig, da beim Austauchen nicht einmal der Ausgang im stehenden Wasser des Höhlenpools zu sehen war.

Direkt am Eingang gibt es auch bei der Goul du Pont eine Engstelle, die aber gut mit der D12 zu passieren ist. Auch an dieser Stelle der Höhle war die Sicht nicht besser als 4m. Wir flösselten trotzdem gemütlich bis zum Schacht bei knapp 100m und schauten das kristallklare Wasser im Schacht unter uns voller Geilheit an: Der Schacht geht bis auf ca. 30m hinunter, und auch hier wird es noch schnell tiefer, doch leider hatten wir nur Gas bis maximal 25m dabei!

Am Schachtkopf gibt es noch einen Jump in einen flachen Teil der Höhle. Da wir aber davon keinen Plan hatten, wollten wir nur ein paar Meter in das kleine Loch schauen.
Direkt am Schacht ist eine Wasserabsaugung installiert, die das Wasser aus der Höhle in den Fluss pumpt, wahrscheinlich nur als Attraktion für Touristen…leider…. Die Höhle hatte vom Samstag zu Sonntag noch mal ca. 10cm an Wasser verloren, und die Tannerie ebenso viel - ob die beiden Höhlensysteme wohl zusammenhängen?


Auch nach kurzen Tauchgängen ist der Hunger groß…Ob Tim Angst hat, dass er nichts mehr abbekommt…?

Wir trugen es mit Fassung, dass sich das Tauchen auf zwei kurze Tauchgänge in den beiden Höhlen beschränkt hatte, und ließen uns von unseren Frauen bedauern. Alle machten das Beste daraus und ließen den Abend mit einem grandiosen Picknick auf der Wiese vor den Höhlen ausklingen, das fließend in ein BBQ überging.

Tim & Oli

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